23.12.2003Rosa Wochen
Kurz vor Weihnachten herrscht Stress. Jeder hat ihn,
jeder hasst ihn, jeder braucht ihn. Denn begegne mal jemanden in der Stadt
oder am Telefon der Dich fragt, wie's so geht und Du kannst dann nicht
sagen, boooooooh ey......., voll der Weihnachtsstress, Du.
Eine Steigerung dieses Stresses ist aber möglich.
Einfach an diesen Tagen mit der deutschen Bahn fahren. Für die Bahn kommt
Weihnachten immer sehr überraschend. Auch die Tatsache, dass am 23.12 und
24.12. viele Menschen den Zug nehmen wollen, scheint die Bahn AG immer
schwer zu erstaunen (eben so wie der Freitag immer ganz überraschend am
Ende der Woche kommt, dass ist jedes Mal einfach unkalkulierbar für die
Schienen AG). So kann man Weihnachten nicht nur in vollen Zügen genießen,
sondern sogar in absolut brechend vollen Wagons. Denn dass jeder
ausgerechnet an diesen Tagen die Bahn nehmen will, dass kann man in den
Vorstandsetage ja nicht ahnen (denn
wer selbst lieber fliegt
anstatt lange im Zug rumzustehen, .... )
Aber die Bahn hat dafür auch mal wieder eine tolle
Imagekampagne gestartet und soll, so wird aus gut informierten Kreisen
gemeldet, passend zum Weihnachtsferienstart die Kampagne "Rosa Wochen bei
der Bahn" starten. Da kommt Gemütlichkeit auf, es wird eng und kuschelig.

Ich bleibe dieses Jahr zuhause. Ist mir dann doch
einfach zu stressig. Der Nerv mit dem 20% und oder 40% Rabattsystem, wenn ich
5 Tage vorher
buche und 3 minderjährige Kinder im Gepäcknetz bis Offenburg mitnehme und
mit Nachbars Hund 'ne Fahrgemeinschaft gründe? Ne,
also den Stress verkrafte ich jetzt nicht auch noch.
21.12.2003
Boutique
Es gibt Läden, da würden Männer nie alleine rein gehen. Oder haben Sie
schon einmal in einer Einkaufspassage einen Mann gesehen, der seinem
Kumpel zuruft, "Du Tim, ich muss nur mal noch eben in die Boutique was
besorgen!"? Ne, sowas gibt es einfach nicht. OK, vielleicht in Köln, aber
im Rest der Republik ist das einfach nicht beobachtbar.
Neulich war ich mal in so einer Boutique. Genau! Nicht alleine und nicht
mit einem Mann. Hier vielleicht mal ein paar Anregungen und Tipps für alle
männlichen Leser, warum und wieso und wie das überhaupt so funktioniert,
in einer Boutique.
Ganz wichtig ist es zunächst, ehrlich zu sein. Wenn irgend so ein Fummel
an der Begleiterin scheiße aussieht, dann das auch sagen! Zugegeben, wenn
fast alles gut an ihr aussieht, ist das echt schwer und man erscheint
unglaubwürdig, aber jede aus strategischen Gründen geäußerte Bemerkung
wird schnell der Falschaussage bezichtigt.
Ebenso ist es wichtig, beschäftigt zu erscheinen und dem Personal wie auch
anderen anwesenden Käuferinnen zu zeigen, "äh, 'tschuldigung, ich gehöre
hier dazu!" Denn wie viele kaputte Typen haben in Boutiquen ihre ersten
Spannererfahrungen gemacht? Ich will es gar nicht wissen.
Man kann als Mann sich ebenfalls gut als Sherpa verdient machen, auch wenn
man nicht glauben mag, das so viele Kleidungsstücke überhaupt in eine so
winzige Umkleidekabine passen. Wenn SIE dann aus eben dieser wieder
herauskommt, darf Mann auch nur dann Ooooh, aaah, und wooow sagen, wenn
dies dem männlichen Empfinden entspricht. Und da Männer ja genetisch
bedingt eh besser gucken als denken können sollen, dürfte dies ja kein
Problem darstellen.
Nun aber das allerwichtigste: man ist in einer Boutique, also in einem
öffentlichen Raum. Somit sollte Mann seine hormonellen Wallungen beim
Anblick eines wahnsinnig knappen und erotischen Kleidungsstückes unter
Kontrolle haben. Auch wenn Miniröcke lediglich mit putzig kleinen
Klettverschlüssen bestückt sind und geradezu danach schreien, "reiß mich
auf!" könnte dies als unadäquaten Verhalten bewertet werden und den
Ausschluss aus der Boutique vor Ort zur Folge haben. Und dass wollte ich
nun wirklich nicht, denn der Anblick, denn ich da genossen habe, war
einfach zu ……… wooooow.
16.12.2003
Feuerwehrzufahrt

11.12.2003
Nudeln
mit Soße
Ich wollte telefonieren und gleichzeitig ein total raffiniertes Gericht
kochen. Super einfach: Nudeln mit Kokosmilch und Zitronengras. Das hat mir
ein, in meinen Augen genialer Koch auf einem Wochenende exakt so erklärt.
Ich also mit Headset am Herd und Soße machen. Eigentlich easy, das
ganze muss dann eine Zeit köcheln.
Da kann Mann in Ruhe weitertelefonieren. Nur gut dass mein Gegenüber
mich dann aber doch an die Kochaktion erinnerte. - Nur mal so nebenbei:
Kokosmilch kann im Falle des Überkochens auch in den Ofen reinlaufen und
außen alle Armaturen verkleben, vom Boden ganz zu schweigen.
Besonders clever ist auch, später nach dem Putzen aller Herdkomponenten
den Rest im Topf weiterkochen zu wollen und wieder zu telefonieren. Aber
ich habe mir sagen lassen, dass Stahlwolle noch jeden Topf wieder sauber
gekriegt hat, auch schwarz eingebrannte Kokosmilchsoße.
Die Telefonate waren dann auch gegessen. Und sonst? Naja, irgendwie kam
ich mir einfach benudelt vor.
23.11.2003
Ende
einer Produktreihe
Einkaufen ist ja nicht unbedingt des Mannes Topdiziplin (Ausnahme: der
Einkauf von Bauteilen in Heimwerkermärkten und alles was irgendwie
elektrisch-digital-mechanisch ist). So viele Sachen für den Kleiderschrank
oder das Bad, das überfordert uns total. Da greift man dann doch lieber
auf alt bewährtes zurück. So will eine Mann, wenn er z.B. eine Hose hatte
und diese funktionierte (ja auch Hosen können funktionieren, also passen,
halbwegs gut aussehen und den Alltagsbelastungen (wie fettige Finger
abputzen) stand halten) dann will man die auch wieder haben.
Ebenso verhält es sich auch bei kosmetischen Produkten (allein so schon
für den Mann ein sehr schwieriges Terrain). Der bundesdeutsche Mann an
sich ist gerade hier auf die nachhaltige Warenlieferung der einmal
wertgeschätzten Artikel angewiesen. So leiden Männer wie Hunde, wenn es
das übliche Duschgel nicht mehr zu kaufen gibt. Man will immer das gleiche
haben, denn wenn es einmal funktioniert hat, warum dann nicht erneut noch
einmal kaufen? (Die geneigte Leserin wird sich fragen: wenn das Prinzip
"funktionieren" zählt, wieso kaufen sich Männer immer neue
Computerbauteile und hängen wochenlang im Obi ab. Könne man daraus
ableiten, dass dort erworbene Waren nicht funktionell arbeiten? - Diese
plumpe Vermutung will ich an dieser Stelle einfach mal unkommentiert im
Raum stehen lassen.)
Kurzum: dieser Tage fiel mir erschreckend auf (zuvor habe ich es immer
wieder erfolgreich verdrängt), dass mein Lieblingsduft zu ende geht. Da
ich erst vor wenigen Wochen das Ende der Duschgel-Produktreihe AXE VOODOO
hinnehmen musste (und auch auf meine verzweifelte e-Mailanfrage seitens
AXE keine Antwort erhielt), war ich auf das Schlimmste gefasst. Was sollte
ich nur machen, wenn es meinen Duft nicht mehr geben würde?
Mit
dieser Panik betrat ich also neulich eine Freiburger Parfümerie. Eine
Freundin stand mir zur Seite. Ich wollte sowieso mal wieder neue Düfte
ausprobieren und schon mal prophylaktisch ein solches Endzeit-Szenario
(also wenn mein vertrautes Parfüm nicht mehr da ist) durchspielen. Da sah
ich aber auch schon die rote Schachtel, ... puuuuuuuh. Kiton, da stand es. Ich wäre
fast vor Freude in Tränen ausgebrochen, aber ich vermute, das hätte im
Laden nur für allgemeine Verwirrung gesorgt. - Wenn sich Duft an sich auch
längerfristig halten würde, dann hätte ich gleich auf Vorrat gekauft, aber
nach 3-4 Jahren soll die Duftnote ja irgendwie rumschwächeln.
Ich habe mich dann übrigens auch schon gleich mal mit einem neuen
Duftwässerchen angefreundet. Allure von Chanel, ziemlich lecker. Ne ist klar, Männer
können auch auf verschiedene Produktreihen setzen. Also eigentlich sind
wir ja doch ganz schön flexibel (wenn wir das Masterprodukt bereits in der
Einkaufstüte wissen).
10.11.2003
Schwarzwaldperspektive
Für alle Weblog- und Schwarzwaldtouristen: hier im Südbadischen gibt es
einige interessante Erhebungen, die sich hervorragend eignen, alles mal
aus einer anderen Perspektive zu sehen. Und so offenbarte sich mir, als
"Naigschmeckter" erst jetzt, nach vielen Jahren hier Wohnender das
fantastische Panorama vom Blauen aus. Da war ich oben und habe geguckt.
Aber Vorsicht, so schnell erschließt sich die Schwarzwälder Aussicht nun
auch wieder nicht.
Unten in diesem kleinen Häuschen sitzt nämlich ein älterer Herr, der
freundlich zum Auslösen einer Eintrittskarte auffordert. Kein Scherz! -
Nach dem man dann 50 Cents abgedrückt hat, erhält man auch eine Billette,
ich in meinem Fall mit der Nummer 25333. Und nun geht es die Stufen
hinauf, die man sich lieber nicht so genau anschauen mag. Der Turm wurde
1895 erbaut, aber man wird auch informiert, dass diese von der Firma
Fauler erbaute Konstruktion ja erst 1984 gründlich instand gesetzt wurde.
Moose und Flechten auf den hölzernen Trittstufenunterseiten sollten einen
dann nicht weiter beunruhigen.
Die Aussicht ist klasse und selbst für regional erfahrene Berggucker
neu. Man sieht sogar die Alpen, traumhaft schneebedeckt und in der Sonne
strahlend weiß. Und mittels der neuen Windräder kann man nun endlich auch
Freiburg ausmachen, würde man nämlich sonst überhaupt nicht sehen, bzw.
orten können.
Den Abstieg habe ich dann auch geschafft. Gut ... , krampfhaftes
Festkrallen in die stählerne Geländerkonstruktion muss nicht zwingend ein
Zeichen von Misstrauen in Schwarzwälder Ingenieurskunst sein. Ein
innerliches "Geschafft!" beim Erreichen der untersten Stufe muss ich aber
schon zugeben. Aus dem Eintrittskartenverkaufshäuschen wurde mir dann noch
ein freundliches "Auf Wiedersehen!" gewünscht. Ich glaube, ich habe auch
geantwortet, also so fast schon vorbei und rückwärts. Und wiedersehen will
ich diese Perspektive schon, keine Frage, auch wenn ein klitzekleines
Bisschen Mut dazu gehören wird.
5.11.2003
Abspann
Nein, die Weblogs sind hier nicht zu ende! Heute geht es um den
panikhaften Aufbruch des Volkes beim Abspann im Kino. Das liegt mir echt
am Herzen.
Es gibt zwei Arten von Kinobesuchern, die Sitzenbleiber und die
Spielverderber. Du, als gemeiner Filmegucker räkelst Dich noch genüsslich
im Kinosessel und willst den Film ganz relaxed mit einem langen Abspann
ausklingen lassen, da wird auch schon vor, neben, hinter und über Dir
gepackt, angezogen und zum Abmarsch geblasen. Als gäbe es kein Morgen
mehr, als wären die Popcornvorräte am Eingang rationiert worden, als
hätten alle kollektiv Blasenschwierigkeiten…. Die Massen stürmen zu den
Ausgängen wie beim Sommerschlussverkauf.
Eigentlich bin ich da ja recht gelassen und habe die "ach-lass-die-Kinder-ruhig-schon-mal-draußen-spielen-gehen"-Haltung,
aber diesmal saß ich Loge, also teuere Plätze. Und auf diesen eigentlich
luxuriöseren Kinosesseln wurde die Sicht zum 2nd Camera Assistant dann
doch irgendwie ziemlich unbefriedigend, ganz zu schweigen vom Key Set
Production Assistant, ... keine Ahnung wer das war. Der Soundtrack ging im
allgemeinen "Ey Sascha, gehen wir noch in's Maria?" und "He, drängle doch
nicht so!" unter. Kinder, das macht so echt keinen Spass!
Was wir geguckt haben?
Ein unmöglicher Härtefall. - Das passt dann auch
wieder. Wie der Film war? Hat mir gefallen. Wie der Abspann war? Irgendwie jackig und mantelig.
31.10.2003
Extrem
Einkaufing
Irgendwie wird es wohl zur weit verbreiteten Sitte,
Lebensmittelgroßhandelsgeschäfte vor einem verlängerten Wochenende
auszuplündern. Heute ist Halloween und morgen frei. Also ein Samstag und
darauf folgt dann sogar ein einkaufsfreier Sonntag. Das könnte für einen
Versorgungsengpass in bundesdeutschen Kühlschränken sorgen. Dem muss
natürlich durch Extrem Einkaufing am Tag zuvor begegnet werden. Denn bevor
da was rationiert wird, müssen die Vorratskammern bis zum Anschlag gefüllt
sein. Und das Anstehen an der Brottheke gab heute auch bereits einen
ersten Eindruck von Rationierung. "NÄCHSTER!" Wenn Du da nicht sofort
reagierst, walzt Dich das Damenkampfgeschwader hinter Dir mit Extrem
Drängeling und Extrem Einkaufswagenschupsing einfach nieder. Die Angst,
kein Brot mehr zu bekommen erinnert da schnell an Flüchtlingslager im
mittleren Osten. Nur mit einem kleinen Unterschied, dort geht es deutlich
freundlicher zu.
Vielleicht liegt diese Angst auch an den in den letzten Nächten
vermehrt gemeldeten Ufosichtungen. Diese wurden zwar im Nachhinein als ein
von Sonnenprotuberanzen verursachter Sonnenwind dargestellt, aber man weiß
ja nie, wer uns alles noch überfallen will. Polarlichter über Deutschland,
das ist sehr verdächtig. Denn dachten wir nicht erst nach diesem Sommer,
unsere Republik wäre durch eine Kontinentalverschiebung Richtung Äquator
gedriftet? Da muss man sich schon vorbereiten. Aber Extrem Vorbereiting.
An der Fisch- sowie an der Fleischtheke braucht sich so ein Greenhorn
wie ich erst garnicht anzustellen. Aber ich habe meinem Sushimeister
hinter den Lachs-, Thunfisch- und Eisbergen dann doch noch gesteckt, dass
seine Vertretung nicht nur unfreundlich sondern auch extrem unkompetent
war. Das tat ihm leid, und er gelobte Besserung. Aber lange ging dieses
tête à tête nicht, denn im Rücken spürte ich schon wieder einen
Einkaufswagen. Vielleicht schaffe ich es nächstes Mal früher einzukaufen,
aber bei so einem chaotischen Singlehaushalt ist das auch nur extrem
Wunschdenking.
25.10.2003
Vom Winde verweht
Jetzt kann man sogar von ganz weit weg sehen, wo ich wohne. Da wo die
Windmühlen stehen. Vier Windmaschinen direkt auf dem Berg über mir.
Soeben werden die einzelnen Windblätter mit Helikopter hochgeflogen,
guckst Du Foto. Achtung: sind noch heiß, ganz frisch aus der Kamera.
Also der Helikopter auf dem Bild ist nicht unmittelbar vor einem
Absturz, wie die Rotorblätter den ungeübten Flugzeug Spotter vermuten
lassen, sondern der hat zwei gegenläufig rotierende Motorpropellerdinger
auf dem Dach und auf allen Fotos sieht das in der Momentaufnahme irgendwie
absturzgefährdet aus. Und interessanterweise scheint der hinten dafür
keinen kleinen Propeller zu haben. Ich entdecke jedenfalls keinen. Auf den
Fotos kommt das alles leider nicht so rüber.
Aber genug der Technik. Nun gibt es hier also neben dem Schauinsland
auch noch auf dem Rosskopf Windräder. Wirklich schön sieht das echt
nicht aus, aber wenn es was bringt ist mir sowas alle mal lieber als so
ein Atommeiler. Und man hat nun obendrein vier neue
Landschaftsorientierungspunkte. Da wo ich eben wohne. Eine
Stromstandleitung habe ich noch nicht gelegt, aber Obi hat derzeit
Kupferkabel im Angebot. Entlang des Mountainbike-Weges könnte man dann
ja..... . So nun muss ich aber
weiter gucken gehen, denn die fliegen immer noch hin und her mit Ihrem
Heli, ... wie der Profi zu sagen pflegt.
Übrigens: der Helikopterflieger muss in seinem früheren Leben auch mal
Hausmeister gewesen sein.
17.10.2003
Spießer und
Genießer
Vor langer Zeit lebte im Schatten der mächtigen freien Burg von
Alemancelot ein verschrobene Gemeinschaft von Waldgnomen. Kaum einer von
den Zwerge und Elben von Alemancelot kannte ihr düsteres Treiben. Nur ab
und zu wurden ein paar Mutige unter ihnen zu den nächtlichen Gelagen der
Waldgnome geladen. Auf das Äußerste bedacht, wurden die Gäste, alles wahre
Genießer, aber sehr
streng ausgewählt. Diese Gnome ließen nur ungern etwas über sich ans
Tageslicht und so wurde geprüft und abgewogen, wer mit Ihnen speisen
sollte.
Eines Tages durfte auch der Elb Acelote an dieser Tafel Platz
nehmen. Einen großen Beutel mit Delikatessen hatte er dabei, um die
Waldgnome milde zu stimmen, denn schnell konnte deren Laune ins Arglistige
und Böse abgleiten. Sie tranken und aßen die ganzen Nacht lang, lachten
und scherzten wie es Elben- und Gnomenart war und noch sieben Täler weiter
konnte man das Backen und Braten von Speck und Fisch riechen. Aber die
Stimmung trog über die Missgunst einiger engstirniger Waldgnome hinweg.
Sie gönnten es dem kleinen Elb nicht, sich so gut mit ein paar aus Ihren
Reihen zu verstehen. Drum versetzten sie zu später Stunde den Wein von
Acelote mit der Teufelsbeere, und bald wurde er sehr müde und musste nach
Hause gebracht werden.
Am nächsten Morgen fand der kleine Elb an der Burgmauer eine
öffentliche Mitteilung, er habe die Brunnen der Gnome vergiftet. Er dürfe
nie wieder im Schatten der freien Burg von Alemancelot in dieser Runde
speisen. Er wollte die Gnome zur Rechenschaft stellen, aber die verbargen
sich im Dunkeln der tiefen schwarzen Wälder. Das gefiel dem Elb Acelote
überhaupt nicht, aber was sollte er da machen? So gründete er in Bad
Salzuflen einen Spezialitätenversand und niemand hatte mehr Lust, mit den
Waldgnomen gemeinsam des nächtens zu speisen.
Und die Moral von der Geschicht'? Glaub' mir, die gibt es wirklich nicht!
5.10.2003
Der
Kartentrick
Schnell was erledigen, alle Sachen zusammen, warm angezogen und sogar
Geld dabei, Tür zu und los. Auf dem Weg zum Auto fällt mir dann plötzlich
auf, ups, da fehlt doch was. Schlüssel in der Wohnung liegen gelassen,....scheixxxxxxxxx!!!
Aber
das sollte ja kein Problem sein, dafür habe ich genug TV geguckt. Karte
gezückt und los! - Anbei das Foto der Bahncard, die auserwählt wurde, die
Tür wie im Krimi zu öffnen. Wie unschwer zu sehen ist: das Fernsehen lügt
immer.
Zusammen mit meinem Nachbarn, habe ich die Bahncard ruiniert, mit zwei
biegsamen Spachteln die Türfalz bearbeitet, die Schlossabdeckung versucht
abzuschrauben, probiert übers Dach einzusteigen (ein Wunder das kein anderer
Nachbar die Polizei informierte). Hat alles nicht geklappt. Irgendwann
riefen wir dann doch den Schlüsseldienst.
Der machte die Tür in 3 Minuten auf. Klasse. Und die Bahncard? Naja, wie
unschwer zu sehen ist, läuft die in 5 Tagen sowieso aus. Ob ich mir eine
Neue zulege? Also wenn man damit nicht einmal Wohnungstüren aufkriegt, ...
nein Danke!
28.9.2003
Mythos Tapas
Jeder hat schon davon gehört, viele probiert und wenige haben das mal
selbst gebastelt. Das ganze ist was spanisches und irgendwie sowas Kleines
à la Vorspeise oder Appetithäppchen. Soweit die Theorie! Lasse 8 Menschen
in einer schönen großen Küche rumwuseln, und du kannst locker die 5.
Kompanie der 9. Brigade komplett abfüllen, also sättigungstechnisch. Mit
anderen Worten: auch Tapas machen satt, aber sowas von satt.
Lecker gefüllte Champignons, fein geschnittener Serrano Schinken (ey,
das Messer war stumpf!!!), Pflaumen im schwarzen Mantel (übersetzt:
Schinken extra cross! Der Trick dabei: die Pflaumen in ihrem Mäntelchen im
Ofen so lange warten lassen, bis sie schwarz werden), Patatas frittas mit Aïoli (also diese
Knoblauchpaste kann man selbst herstellen oder man macht mindestens fünf
Verkäufer im Metro verrückt und spielt, wer findet die Aïoli-Paste zuerst!
Gut, ich habe sie dann im Edeka gekauft.), Tomatenröllchen mit Ziegenkäse,
Octopussies (vorher aber Schnabel entfernen, denn beim Kauen gibt es sonst
so ein böses, ruppiges Geräusch), Tintenfische extra scharf (also im
Abgang), eingelegte Fischchen
(äh, ... die gingen ja mal total an mir vorüber), Manchego (den man
aber weder auspacken noch schneiden darf), Tortilla de Patatas
(Kartoffel-Omelette mit Paprika und Chorizo), Espinacas estillo Sacromonte
(Spinat mit Rosinen und gerösteten Pinienkernen) und so weiter und ...
Man sagt, dass ursprünglich ein Glas Sherry mit einer Scheibe Serrano
Schinken (luftgetrockneter Bergschinken) als Deckel serviert wurde, damit
keine Fliegen reinfielen. Dabei ist das Wort Tapa einfach nur das
spanische Wort für Deckel, der in diesem Fall essbar ist.
Aus dem kleinen Snack für Zwischendurch kann aber dennoch ein gigantisches
Gelage erster Güte werden. Kurzum: man kann satt werden und das legendäre
Pfefferminzblättchen will sich dann eigentlich auch niemand mehr
vorstellen, ... eigentlich.
23.9.2003
überleben im Ikea
Ich war mal wieder im Ikea, semifreiwillig. Allein die große Treppe am
Eingang schreckt eigentlich schon ab (auf der könnte man locker
vierstündige Wagner-Opern aufführen). Man muss sich die erste Etage
wirklich
redlich verdienen, Stufe für Stufe. Vielleicht will einem diese Treppe
auch nur sagen: "wenn Du hier schon stöhnst, dann gehe lieber gleich
wieder nach Hause!"
Ich habe nicht auf die Treppe gehört und inhalierte direkt zu Beginn
die volle Packung Billy und Flärke. Glücklicherweise werden aber alle zu
verkaufenden Möbel gut eingepackt, so dass sich der fabrikneue
Formaldehydduft auch zuhause lange hält. Anders wäre der Aufbau des neu
erstandenen Wohndesigns auch kaum zu ertragen, als im komplett bekifften
Zustand.
Und vielleicht mal ein Wort an alle Frauen:
Anfängliche Begeisterung von Männern für Wohndesign kann schnell durch die
Begutachtung jeder einzelnen Wohnnische im Keim erstickt werden. Mann muss
nicht alle Wohnrauminstallationen begehen und anfassen, um einen
Produktüberblick zu erhalten. Zügiges Durchschreiten durch die immer
länger werdende, Ikeaeigene Wanderroute ist unerlässlich. Das Aufreißen
lassen von Wandergruppen ist auch bei zweiköpfigen Shoppingteams nicht zu
empfehlen. Und häuslicher Streit ist durchaus vermeidbar, wenn frau auch
mal zum Verzicht von Någon oder Emalj bereit ist. Im Prinzip könnte es uns
ja echt total egal sein, denn im allgemeinen staubt frau das ja alles
zuhause ab. Aber selbst die größte Wohnung hat nur ein begrenztes
Fassungsvermögen.
Wie bei jeder Tour gibt es auch hier Halbzeiten und Pausen, gekonnt
eingelegt beim Ikearestaurant. Auf die Karte zu schauen ist überflüssig, denn
so schnell wie jedes Jahr neue Wohnideen auf die Kundin losgelassen
werden, so abwechslungsarm ist die Speisevielfalt im ersten Stock mit
Fernblick (also in Freiburg zumindest, da kann man Schwarzwald gucken beim
Essen). Aber schwedischer Lachs ist fast immer essbar, auch wenn
Fischgerichte im Allgemeinen anders aussehen.
Wieder im Rennen und mit vollem Magen geht es in die Abteilungen, in
der niemals irgendeine Frau ohne raus kommt! Kleinkram, Utensilien und Deko!
Aber dem Mann wird ein Hilfsmittel zur Verfügung gestellt, das Halt gibt:
der Einkaufswagen. Diesmal habe ich übrigens herausgefunden, dass die
Ikea-Einkaufswägen auch surftauglich sind. Wie das geht? Also: zuerst nach
einer geraden und Kampfshopperinnen-freien Teilstrecke suchen. Diese
anpeilen und mit mit leicht gebeugten Armen den Wagen vor sich schieben
bzw. dann sehr schnell Anlauf nehmen. Auf der Hälfte der Rennstrecke
aufspringen und zwar nur mit den Armen sich steif abstützend die Füße 2
bis 10 cm über dem Boden fliegen lassen. Macht höllisch Laune, auch wenn
man sich sehr viele ungläubige Blicke einfängt.
Nach der Grünpflanzenabteilung (die man auch nie ohne verlässt!) ist
dann das Ende abzusehen, die Stappelregale mit den vielen Kartons stellen
fortkommenstechnisch kein Problem mehr da. In der Ferne sind die Kassen
schon sichtbar. Gefährlich werden kann jetzt nur noch die so genannte
Fundgrube. Unmittelbar vor den Kassen soll so noch der letzte Ladenhüter
mit Ecken und Flecken an den Kunden gebracht werden.
Auf dem Parkplatz angekommen reicht eigentlich der Stauraum des Autos
selten aus, aber irgendwie klappt es doch immer. Man zieht die Tür zu, dreht
den Zündschlüssel um und denkt "wow, ... geschafft!!" In diesem Moment
verdrängt man wohl nur sehr erfolgreich, dass es anschließend zuhause erst
richtig losgeht. Aber im überlebensnotwendigen Verdrängen sind Männer ja schon
immer sehr gut gewesen.
16.9.2003
Caponord
Heute gekauft! - Nachdem mein Kollege mich die absolut und ultimativ schlimmste Kurvenstrasse
im gesamten Schwarzwald runtergejagt hatte (zugegeben, wir sind sehr
langsam runtergefahren, kurz vor: "gleich überholt uns der Wanderer
dahinten!") hatte ich das Gefühl: meine! Es ist eine
Aprilia ETV 1000 Caponord in silber, guckst Du hier:

... Meine, meine, meine ....... !!! :-)Aber eines sollte
ich vielleicht jetzt schon sagen: solltest Du in der nächsten Zeit im
Freiburger Raum (also in der Regio / im Breisgau oder wie auch immer) auf
eine lange Autoschlange stoßen, dann bitte nicht gleich Hupen und ärgern,
denn vorne könnte einfach nur ein frischgebackener Caponord-Fahrer entlang
schleichen.
14.9.2003
a Didgeridoo is born
Es hat lange gedauert, aber mit tatkräftiger Hilfe vom besten weißen
Didgeridoo-Bauer der Welt habe ich nun endlich mein Didgeridoo fertig. Zugegeben,
hier und da noch etwas schleifen, lackieren und Steine einsetzen, ... klar sowas
ist immer drin, aber nach einem Jahr Bauzeit (man könnte diese Zeit auch
getrost als Grill-, "das muss jetzt erstmal trocknen"-, Hängematten-, "n'-Kaffee?"-,
Fun- und Relax-Zeit bezeichnen) habe ich nun endlich mein Wunschdidge ins Auto gepackt und bin nach hause gefahren. Das einzige Manko an der
Sache, ich kriege aus diesem Didge keinen Ton raus. Ein Jahr lang immer mal
wieder reingeblasen, aber es klang mehr nach Känguruh-Blähungen als an australisches
Outback. So auch gestern Morgen wieder beim vorerst letzten dran Rumschleifen
vorm Backpacker. Allerdings habe ich mit dem Didgeridoo einer Freundin dort 3-mal zirkuläres Atmen
(d.h. einen fortlaufenden Ton ohne Unterbrechung) hingekriegt (stolz wie
Koalabärchen!).
Jedenfalls brachte ich
das Didge nach hause. Vor der Tür staunte dann ein Nachbar. Gibt es auch allen Grund
zu, denn diese Didges (hatte zwei dabei) sind einfach schön. Zum Beweis, dass ich
aus meinem Didge keinen native Ton rauskriege, trötete ich rein. Und plötzlich war
das gesamte Treppenhaus von einem lauten, fetten und traumhaft tiefen Dröhnen
erfüllt, ich traute meinen Ohren nicht. Unglaublich! Zufall? Gleich noch mal, es
klappte auf Anhieb, egal in welcher Haltung WOOOOOOW. Mein Harley-Davidson-Didge
klang fantastisch.

Und das tut es auch immer noch. Ok, am Mundstück muss ich noch
was schleifen, .... ich bekäme ja sonst bestimmt Entzugserscheinungen, wenn ich
nicht dran weiterbauen würde. Aber vorher mache ich jetzt erstmal einen Kaffee!
11.9.2003Damentag
Durchgefroren und abgespannt im Auto unterwegs. Ziel: die Sauna meines
Vertrauens. Die Vorfreude auf Ruhe und Entspannung nach dem Saunieren in
den schönen und oft leeren Entspannungsräume war groß. Ich glaube, ich
habe auch ein Liedchen gesummt. Super, endlich da, ... Sauna ich komme.
Der angrenzende Parkplatz war verdächtig voll. Naja egal, wird sicher
trotzdem schön. Ich warte an der Einlasstheke, drücke die Klinge damit
jemand kommt und stehe da mit meiner großen "vor-15-Jahren-mal-als-Werbegeschenk-bekommen"-Tasche voll mit Bademantel,
edlem Duschgel, Handtüchern und was Tollem zum Lesen.
Da eilt mir eine Dame vom Personal aus den Tiefen des Saunabereiches
entgegen und meint bereits im herlaufen "oh, wir haben heute Damentag!"
Mir schießt es spontan und ohne Vorwarnung durch den Kopf 'ich glaub, ich
muss kotzen!' sage aber: "hä?", was die Dame nicht beeindruckt außer dass
sie mich mitleidig wie einen räudigen Hund anschaut. "...und Sie sehen
irgendwie ein bisschen zu männlich aus!" (Das war der O-Ton!). Wie bitte,
ein 'bisschen zu männlich'? Sag' mal Du blöde XXXX ... Ich drehte mich
bereits stinkig um, da meinte sie noch "nehmen Sie doch ein Prospekt mit,
da stehen unsere Öffnungszeiten drin!" "Na, das hilft mir jetzt aber auch
nicht weiter!" Bereits an der Tür hörte ich dann noch ein "Ich wünsche
Ihnen noch einen schönen Abend!", was ich unkommentiert im Raum stehen
ließ.
Was soll der Scheiß! (Nein, ich mache hier jetzt nicht den Völler, ich
bin einfach nur stinksauer!) Kann man nicht eine Sauna und/oder einen
Ruheraum für Frauen reservieren? Muss man gleich die komplette
Saunalandschaft männerfrei halten. Es fehlt wirklich nur noch das
obligatorische Schild an der Tür: "Wir müssen draußen bleiben!" Da fährst
Du extra von Freiburg bis nach Buchheim um Dir dann so was anhören zu
müssen "ein bisschen zu männlich!" ... etepetete. Komisch, einen Männertag
gibt es dort nicht. Ob ich da hin gehen würde? Also jetzt ja!!! Verdammt
noch mal.
Stinksauer machte ich mich auf den Weg in die Saunalandschaft Eugen
Keidel. Zum Glück kam ich exakt zum Aufguss an. Gebracht hat es mir nicht
viel, denn ich dachte nur an Damentag, Frauenparkplätze und ähnliche
Erfindungen der westlichen Welt. Frauen waren in dieser Sauna auch, sogar
erstaunlich viele Frauen (es spielten zeitgleich Deutschland gegen
Schottland). Angeschaut habe ich aber keine, heute am Damentag!
8.9.2003
Zu Fuß durch's Netz
Eigentlich wollte ich heute gerne über die gestrige Rieselfeldmeile
berichten. War gut, hatte sogar Begegnungen mit prominenten Politikern und
durch die offizielle Videodokumentationskamera auch alles perfekt im
Blick. Aber wie will man über ein erstklassisches Laufevent berichten,
Bilder und Zahlen dazu online präsentieren, wenn man nur zu Fuß im Netz
unterwegs ist? Da schleichst Du trotz DSL-Zugang mit gerade mal 36,9 kbps
durchs Internet, jedes einzelne Bit am Wegesrand lacht mich da schallend
aus. Wenn mich Enduros im Kreisverkehr überholen ist das eine Sache, wenn
mir aber Analog-User bereits am erstbesten Router den Auspuff, ... äh den
Uploader zeigen, dann ist Schluss mit lustig.
Drum nur kurz (denn jeder einzelne Buchstabe verbraucht Bits & Bytes):
ich nur Helfer,
Bundestagsabgeordneter 3 Euro gespendet (sonst Wechselgeld bei Laufen
in Hose klimpert), Schnellster nur
15:52 Min. für 5km,
OB Kameramann
fast über Haufen gelaufen, viele Marathongewinner und eine 100km
Gewinnerin am Start,
Grüne MdB sehr sympathisch, ich von Extrem-Laufprofis schwer
beeindruckend!
So, und nun rufe ich wieder die Telekom-Supporthotline an und für alle
die heute auch langsam unterwegs sind: 0800 330 2000. Und keine Sorge, ich
glaube die Kollegen am anderen Ende tun immer nur so unwissend. In
Wirklichkeit sind das ausgebuffte und hochbezahlte Technikprofis. Also nur
nicht täuschen lassen.
1.9.2003
Die Rache
der Hausmeister
Die Hausmeisterei an sich ist ja eigentlich schon eine ziemlich gute
Erfindung. Mann bleibt liegen und braucht keinen Schnee zu schippen (also
Frauen sehe ich bei dieser Tätigkeit extrem selten!), den Hausflur zu
putzen ist auch gegessen (obwohl im Schwabenland der ein oder andere
Mieter sich die Kehrwoche sicher nicht nehmen lässt) und Dein
Kindheitstrauma "So, hier ist der Rechen und da der Sack für das Laub!"
kannst Du auch endlich erfolgreich therapeutisch verarbeiten. Kurzum, die
Erfindung des Hausmeisters ist einfach eine gute Sache.
Das dachte ich bis zu dem Tage, als motorisierte Reinigungsgeräte
erfunden wurden. Ich bin ja auch für Technik, aber da ging den Ingenieuren
doch echt der Gaul durch. Früher war das noch richtig nett: man lag im
Bett und meistens samstags hörte man ganz zart das rhythmische Schrubben
von Nachbars Besen. Und heute? Man dreht sich gerade das zweite Mal um,
plötzlich wird man von einem mörderisch lauten Geräusch geweckt und steht
sofort senkrecht im Bett. Brennt das Haus nieder? Ein Terroranschlag?
Findet Hockenheim vorm heimischen Fenster statt? Den Fensterrollladen
einen kleinen Schlitz öffnend stellt man geschockt fest, es ist die Rache
der frühaufstehenden Hausmeister. Da wird mit einer lethargischen
Selbstverständlichkeit morgens um halb 8 der Weg mit einem elektrisch
betriebenen Gebläse gereinigt dass es einem das Gehör wegbläst. Auch
müssen gartenhygienische Arbeiten am Gestrüpp mit einer 1000 PS starken
Motorsäge erledigt werden, der Ast könnte sich ja sonst noch wehren.
Kleine Rasenparzellen im Vorgarten, meist sogar direkt vor dem eigenen
Fenster werden mit einem Elektro-Rasentrimmer angegriffen. Und auch schon
die dünnste Schneedecke wird mit einem solch' riesigen Räumungsgerät
aufgewirbelt, damit könnte man ganz Oklahoma umpflügen.
Rausgehen und beschweren? Zu gefährlich, die elektrische Heckenschere
liegt da draußen noch griffbereit. Umdrehen und weiterschlafen? Keine
Chance, einfach zu laut! Aufstehen und Kaffee machen? - Naja, eine
andere Alternative habe ich bisher noch nicht gefunden. Aber ich habe
Hoffnung. Vielleicht erfinden die Ingenieure demnächst den
selbstreinigenden Gehweg, das wäre einfach klasse und ich könnte endlich
wieder ausschlafen!
21.8.2003
Pfefferminzaufguss
Ja, es ist fast schon wieder Winter. Eine ganz bittere Erkenntnis. Aber
zum Glück haben Saunen ja auch im Frühwinter geöffnet.
Nun besuchte ich mal wieder mit einer Freundin eine Sauna, die wir
bereits vor 8 Monaten (also im wirklich ganz kalten dunklen Winter)
getestet haben. Dieser Relaunch hat uns beide positiv überrascht. Die
Saunalandschaft mit viel Liebe zum Detail und vor allem sauber und rein
kam uns viel schöner als bei unserem ersten Besuch vor. Und abgesehen
davon, dass mich gleich bei meiner ersten Entspannungsphase auf der
Sonnenliege ein Riesenoschi in den Fuß gestochen hat (also mindestens so
ein Gerät, eher größer!), war alles einfach nur angenehm. Vielleicht lag
es auch nur daran, dass es sehr leer war, aber wenn eine neue Sauna mir
zusäuselt: "he Du!", "Wie? Wer, ich?", "Psst, genauuu, ... ja Du!" " Ach,
ne?!?!" "Los Du, ich gehöre nur Dir!"... Also jedenfalls war diese Sauna
ein Genuss, bis ich sie mit meiner etwas später erscheinenden Begleitung
teilen musste (ok, war immer noch schön!).
Und dann gibt es da noch (wie überall) die Sauna mit Aufguss. Liebe ich
total, LOS NOCH MAL WAS DRÜBERKIPPEN, HERR SAUNAMEISTER!!!.... naja, ich
schrei' in der Sauna nicht rum, da bin ich immer artig und ruhig.
Es gab diesmal Pfefferminzaufguss und der junge Aufgießer hatte nicht
nur eine flinke Kelle sondern auch ein schnelles Handtuch. Wow war das
heiß. Aber ich liebe es ja. Und dann gab es gleich noch eine Runde.
Richtig so, als drufff.
Nach dieser Runde flüchteten die Ersten mit Kommentaren wie "mir
dreht's die Fußnägel hoch!" Aber ich wollte die Zeremonie ganz und
komplett genießen. Ok, die letzte Runde war wirklich hart und man tat gut
daran, die Finger dicht am Körper zu führen, denn in der frei
zirkulierenden Wasserdampfatmosphäre wären sie sonst zu schnell gar
gewesen.
Und dann wurde zum Abschluss noch der letzte Rest im Holzkübel über die
heißen Steine gekippt. *Luftschnapp*. Aber man will sich ja nicht neben
der realen auch noch die symbolische Blöße geben und mit dem Saunameister
direkt nach dem Aufguss die Sauna verlassen. So sitzt Mann da und
schwitzt. Einfach so.
Einen Tag später lag ich danieder. Sommergrippesymptome. Total platt.
Das war gestern. Heute ist alles wieder etwas besser und nächste Woche
gehe ich da wieder hin, in die Sauna mit Pfefferminzaufguss.
7.8.2003
Ich liebe diese Hitze!
Ich kann das Gejammer langsam einfach nicht mehr hören. Sondersendungen
sogar schon im öffentlich-rechtlichen Fernsehen zur "Jahrhundert-Hitze"
(ganz nebenbei: an den inflationären Gebrauch des Wortes "Jahrhundert"
werde ich mich auch nicht gewöhnen), der Spiegel titelt: "HITZEGLOCKE ÜBER
EUROPA - Michaela macht uns alle fertig" (also ich persönlich heiße
Michaela ganz herzlich willkommen!), und überall Reporter, die
ahnungslosen oder kamerageilen Passanten den Weg mit dem Mikrofon
versperren und unglaublich geistreiche Fragen zum Wetter stellen. Selbst
Ulrich Wickert hat seine Jacke bereits ausgezogen. Deutschland im
Hitzegriff..... Ich kann es nicht mehr hören!!!
Haaaallllloooo, es ist Sommer (!) und der Sommer an sich neigt ab und
zu auch schon mal dazu, etwas heiß zu sein! Und dann muss auch kein Carell
oder anderes Popsternchen "Wann wird's mal wieder richtig Sommer?"
trällern. Und wollten die meisten sowieso dieses Jahr auf den Flug in den
Süden verzichten, weil Terrorgefahr, Rezession und so? Dann kommt der
Süden einfach hier zu uns! IST DOCH KLASSE!!!!!!
"He Du, aber die Aale im Rhein sterben doch und so ....!" Mag sein, ist
sicher auch schlimm, aber alle Medien die hier den großen Umweltaktivisten
raushängen, denen war doch zuvor der Aal im Rhein auch scheißegal. Was
soll also diese Heuchelei? Und haben wir nicht eh immer viel zu viel
Milch, Butter, Gemüse und andere Produkte in Europa (Milchquoten,
Butterberge,...)? Ich habe Respekt vor Bauern und Ihrem wirklich harten
Job. Aber das Wetter ist eben ein Faktor im ländlichen Betrieb, wie in der
IT Branche der DAX.
Kurzum: wenn alle stöhnen und den Sommer verfluchen, ich will ihn loben
und preisen. - so, und nun wartet mein aufblasbares Kinderplantschbecken
auf dem Balkon auf mich. Ja, ich habe gerade nichts gegessen, ... ja ich
schwimme nicht zu weit raus, ... ja, die Blaualgenbelastung ist deutlich
unter dem Grenzwert! - Darf ich jetzt endlich Sommer genießen?
- Sommer: I LOVE YOU !!!
30.7. 2003
Bording Pass
Ne, ich fliege nicht in den Urlaub. Habe aber trotzdem einen Bording
Pass bekommen! Häää?... Wird sich die geneigte Leserin fragen.
Ganz einfach, das ist eine richtig geniale Partyeinladung. Gefällt mir
einfach klasse, ... drum hier ein kleines Bild von! ;-)
Muss ich dann natürlich auch dabei haben, ..... [ubs,
jetzt bin ich aber erschrocken, da fliegt gerade ganz nah und fett der
Zeppelin am Fenster vorbei, ... stimmt ja, der ist ja seit heute wieder in
Freiburg]
... sonst komme ich nicht rein, ne .... ist klar ;-)
20.7.2003
Fernblick
Da war ich oben --------------->
ne, nicht ganz so hoch oben sondern
mehr hier,.... naja....
.........äääääh...
besser hier ------------------------------->
Ja, ist hoch und steht in Stuttgart. Rund um den Stuttgarter
Fernsehturm fand auch gleichzeitig eine Porscheschau statt. Schicke Autos,
...... und dann wollte ich die mal von oben anschauen.
Keine gute Idee, denn um die zu sehen, musste man senkrecht am Turm
hinunterschauen. Mir wurde übel, so richtig schlecht. Was muss ich auch da
runtergucken? Dumm g'loffe, wie der Mittelbadener sagen (in diesem Fall
aber lieber nur denken) würde.
Ansonsten macht die schwäbische Metropole einen eher multidorförtlichen
Eindruck, garniert mit viel Wald und Hügel.
Anschließend waren wir lecker essen in einer Schwulenkneipe,..... da
war dann alles wieder gut :-)
1.7.2003
Born to be ... äh... wild?
Vor fünf Tagen habe ich meinen Motorradführerschein bestanden.
Vor vier Tagen hatte ich meinen ersten Unfall (alles noch dran, aber aua
gemacht!),
und vor drei Tagen wurde ich um einen Motorradunfall polizeilich und zum
Glück weitläufig herumgeleitet (vom Motorrad und dem Ausgang las ich erst
zwei Tage später in der Zeitung).
Was für ein Start, alles andere als ein "born to be wild"-Feeling. Ich
fahre ja eh schon vorsichtig (so hatte ich den Unfall auch, als ich
jemanden vorbei lassen wollte), aber irgendwie geht mir doch die Klammer.
Doch einige Motorradfahrer sprachen mir anschließend immer gut zu (an
dieser Stelle noch mal super recht herzlichen Dank an Familie Wehrle im
Wirtshäusle 14!!!). Vielleicht wäre ich sonst nicht mehr aufgestiegen.
Naja, mal schauen wie es weitergeht.
Ach ja..., dann sah ich noch die
Miami Zoo Crew
(auf RTL2.de
gibt es auch ein Realplayer Video dazu unter Redaktion: "Wilde Affen auf
coolen Bikes"). Also das macht dann doch wieder Mut!
22.6.2003
Burning Man
Die kürzeste Nacht im Jahr und der erste Burning Man in Freiburg.
Besonderheiten: einfach gut!
Müde? total!
Nächstes Jahr wieder? Ja!
Noch was? Ne, geh' jetzt schlafen!!!
thanx to: Axel S. (nicht ich!), Nina, Armin, Cengiz, .... crazy good
people!
8.6.2003
Namen sagen mehr als 1000 Worte
Ok,
ich kann mich mit meinem Namen nicht unbedingt weit aus dem Fenster
lehnen. Aber manchmal frage ich mich dann schon, "Ist dieser Name ein
Scherz?" Ist das einfach geniales Marketing? Ich vermute Letzteres!
click the car!
Gerne hätte ich noch das Kosmetikstudio Makellos präsentiert, also in
einem Haus .... traumhaft. So viel Putz sah ich noch nie an einer
Hausfassade herunterbröseln und dann das große Schild "makellos"! Leider
wird dieses Haus jetzt renoviert*.
*Vielleicht werde ich an dieser Stelle demnächst das
Bild des renovierten Hauses präsentieren, falls das Schild wieder dran
kommt ;-)
31.05.2003
selfmade Sushi a la mir
Sushi ist ohne Zweifel das bekannteste
japanische Gericht. Und in god old Europe schon lange hipp (mal mehr
mal weniger). Habe ich schon oft gegessen, war immer lecker, und wollte
ich schon lange mal selbst machen. Ok, Reis und Algenblätter habe ich vor
Ewigkeiten bereits mal aus diesem Grund gekauft (war schwer zu kriegen im
alemannischen Spargelland). Aber das hält sich ja, auch wenn das
Mindesthaltbarkeitsdatum einem was anderes vorgaukeln will.
Sushi bedeutet "Fisch - gut", wobei
spezieller Reis mit rohem Fisch aber auch mit Meeresfrüchten und Gemüse
garniert wird. Meistens kennt man die kleinen Röllchen (die man mit der
Hand und nicht mit Stäbchen essen soll, mit Stäbchen ist es aber trotzdem
irgendwie mehr meinem Klischee entsprechend). Diese lecker anzuschauende
Köstlichkeit (siehe Foto: heute
sofort, echt live, bunt und in Farbe gemacht.....stolz!!!!!) taucht der Kenner in Soyasauce und
isst sie mit einem oder zwei Bissen.
Soweit die Theorie! Und die Praxis? Sushi zu basteln ist ganz einfach:
Wir haben das schon einmal vorbereitet. Ich gehe jetzt mal da rüber, ....
so. Also: Der Trick ist dabei, zu stehen, ja genau..... Sushi im Sitzen
mit der Bambusmatte zu rollen ist was für Weicheier, die dann so ne
Eierrolle hinkriegen, keine runde Sache bzw. Sushirolle. Ja, ich habe auch
schon im Sitzen gerollt! War nix, voll schlecht! Aber lecker! Guckst Du
hier:
little-Sushi-Galerie.
26.5.2003
morgens in Deutschland
Müde und trotzdem schon einkaufen gewesen freut man sich auf das gerade
erstandene (und laut aller Weltreisender schwer vermisste) Deutsche Brot.
Doch dieses "Made in Germany" Produkt will seit einiger Zeit sehr
global-like daherkommen: mit einem Werbeaufkleber direkt auf dem Brot.
Und genau da muss ich jetzt echt mal was loslassen: Ich hasse das. Was
soll denn der Käse? Halten die mich für so blöd, dass sie noch einmal auf
das Brot einen Werbebabber einbacken müssen auf dem steht:" So
kerngesund!"?
Und das Ding einfach runtermachen? UNMÖGLICH. Da kratz Du am Brot und
kriegst das doofe Ding nicht runter. Ich habe Hunger, lieber
Bäckerkonzern. Und meine fehlendes Putzbedürfnis wird dadurch auch nicht
geweckt. Das ist nämlich wie bei Kacheln die Kalkreste abkratzen. Am Ende
entfernst Du dann den festgebackenen Aufkleber operativ mit Deinem
Brotmesser. Chirurgische Eingriffe sehen anders aus, aber da bin ich ja
nicht der einzige, der das nicht hinkriegt.
Wo soll das eigentlich noch hinführen mit diesem Werbewahn? Wird das
Brot auch bald gesponsert? Müssen wir dann auf dem Brot so Sachen lesen
wie: " Dieses Brot wird ihnen präsentiert von Krombacher?!"
ich warte nur noch auf die Aufkleber auf jedem einzelnen Brötchen,
...jeden morgen dann ein "GUTEN MORGEN, ich bin Dein Sonnenscheinbrötchen"
abrubbeln, kratzen und beißen zu müssen,.... der Wahnsinn hätte einen
Namen: "Morgens in Deutschland".
15.5.2003
mein erster Einkauf eines
digitalen Gerätes bei Aldi
Bereits am Vortag habe ich schon mal mit einem Kollegen die Strategie besprochen: wann
muss man dort sein, wie wehrt man sich gegen die Gehstöcke der älteren
Generation, hat man überhaupt eine Chance das gewünschte Gerät zu bekommen und wann macht Aldi eigentlich auf? Auf der Website steht zu all diesen Fragen
jedenfalls keine Information (Also wenn ich diesen Senior Projektmanager der
Website in die Finger bekomme... ok,... anderes Thema).
Ein paar Tage zuvor hatte Heise
über ein
6fach Lesegerät berichtet, was am heutigen Donnerstag bei Aldi Süd für ca.
14 Euro verkauft werden soll. Klasse Teil, brauche ich sogar, könnte mir 'ne
Menge Zeit sparen beim Laden von Bildern meiner digitalen Kamera. Eine Solche sollte
ebenfalls im heutigen Angebot von Aldi offeriert werden.
Mein Kollege schickte Dad ins Rennen, ein sehr geschickter und cleverer Schachzug. Ich gab
mich mir selbst gegenüber einfach gelassen "entweder klappt's oder eben auch nicht, dann
soll es halt nicht sein." Zugegeben, ich habe mich selbst mit dieser
vorgespielten Gelassenheit nicht so recht überzeugen können, fand aber dennoch
die Nacht zuvor ein paar Stunden Schlaf.
"Bist'de um 8.30 da, ist das sicher eine optimaler Zeitpunkt" dachte ich so
in meinem jugendlichen Leichtsinn. Was mich aber bereits bei
der Einfahrt auf den Parkplatz ins Grübeln brachte, war die Vielzahl von
Fahrzeugen, die auf eben jenem geteerten Vorplatz zeitgleich mit mir vorfuhren. Naja, die kaufen
sicher nur Milch und Gemüse. Und dann doch der erste Schock, die ausgewählte Filiale
von Aldi-Süd hatte noch gar
nicht auf, sondern ich stieß auf eine Gruppe von min. 20 shoppingerprobten
Aldianern, die mit Wagen und Handtasche ihr kleines Revier vor der Eingangstür
verteidigten. ... Ne ist mir zu blöd, geh' erst mal direkt nebenan bei Edeka
einkaufen.
Punkt 9.02 betrat ich dann anschließend das Innere des Zielobjekt, doch mindestens 500
Menschen müssen das bereits die zwei vorangegangenen Minuten vor mir getan haben. Der Aldi war
arschvoll. Aber groß
gewachsen und tapfer den älteren Damen nicht in die gierigen Augen schauend, bahnte ich mir meinen Weg in die Non Food Abteilung. Soviel
wusste ich, die sind immer irgendwie hinten im Laden. Aber ausgerechnet hier
schien dann doch bedauerlicherweise das Zentrum der Extremshoppingaktivitäten um
nicht zu sagen Kampfhandlungen zu sein.
Mindestens fünfzig Frauen mittleren Alters, also ab 25 bis 50+ standen in
gestaffelter Zweierreihenkampfformation um zwei Warentische, die von mir sehr
schnell dank meines erhöhten Ausblicks als Textilangebot identifiziert wurde. Im
näheren Umkreis dieses Jogginghosen und Schlafjäckchenangebotes gab es kaum ein
Durchkommen, Einkaufswägen drängelten sich kreuz und quer um die schwer
bepackten Frauen. Männer, auf diesem Terrain und speziell in diesem Sektor in deutlicher Unterzahl, machten
dabei einen eher hilflosen Eindruck, entweder in Rente beschäftigungslos und nur
zum gucken hier, oder
als Sherpa von der eigenen Ehefrau angeheuert. Und einige Männer irrten einfach
nur verwirrt durch die Gänge, so auch ich.
Plötzlich bei einem Fastzusammenprall beim hektischen Suchen nach dem
gewünschten Artikel fiel mir auf, das die knapp Angerempelte eine ehemalige
Kollegin ist, die ich bestimmt zwei Jahre nicht mehr gesehen habe. "Hi!" rief ich fast schreiend, denn anders wäre meine akustische
Botschaft sicher kaum zu Ihr vorgedrungen. "Hallo Axel, wie geht's denn?" "Gut,
Weißt Du wo die digitalen Lesegeräte sind?" ... Ja, ja ich weiß, ich weiß, manchmal kann ich
mich und meinen unglaublichen Charme einfach nicht bremsen. "Ja, da vorne direkt an der
Kasse, ich habe mir auch schon eine digitale Kamera zurücklegen lassen!" In
diesem Satz erkannte ich doch direkt die Aldianerin, erfahren, ausdauern und
einfach professionell in der Beschaffung. "Ah super," sagte ich, "und wie
geht's?" Naja, soviel Zeit muss dann ja sein, man hat ja Anstand gegenüber einer
Lady. "Gut, ich..." "Schön,...Du ich muss dringend weiter, da vorne an die
Kasse, ciao!" "ja, tschüss!".
So hatte ich also die Fährte aufgenommen, ich leckte Blut, jetzt gehörst Du mir,
du kleines, feines Ladegerät. Ich stellte mich an der Kasse an, doch da
beunruhigten mich ein paar Aldi-unübliche Männer, so im mittleren Alter, die
ganz hektisch alles absuchten. Man sah sofort: der da vorne sucht eine Spur.
Jetzt konnte es noch eng werden, der nahende Showdown war wohl unausweichlich.
Jetzt lasse ich mir dieses Gerät aber nicht mehr entgehen und wenn Du Knilch,
und Du da und,...verdammt sind hier plötzlich viele Männer. Können die da vorne
nicht schneller bezahlen? Man, das zieht sich hier an der Kasse aber auch hin!
Dieses blöde Murphysche Gesetz: an Deiner Kasse dauert es immer am Längsten! Und da sehe ich
sie schon, kleine rechteckige Kartons. Direkt an der Kasse. Eine Kasse weiter wird
noch eine Frau von einer Kassiererin angeschissen, weil sie so einen Karton für
die digitale Kamera mit nach hinten in die Warteschlange trägt. Richtig so,
denke ich mir, nur druff. Nur wer vorne ist kriegt eine!
Und dann der erlösende Satz von mir zur Kassentippse: "Ich hätte gerne dieses Kartenlesegerät!" Jetzt ging alles sehr schnell, Aldianisch-schnell.... da muss
man schon trainiert sein. Ware gescannt, Karton gegriffen, Preis auf dem
Display, 20 Euro hingehalten und schon hatte ich auch direkt das Wechselgeld in
der Hand. Also in dieser Hinsicht sind die Aldikassiererinnen rekordverdächtig.
Schnell noch den wichtigen Schritt von der Kasse weg, denn da verstehen die
Kassiererinnen hier echt keinen Spass und rüber zu dem Brett an der Wand, also
wo man alles abstellen kann. Gibt es in jedem Aldi, ist die Basisausstattung.
Schlüssel aus der Jacke gezogen, Klebestreifen durchgeschnitten und aufgemacht:" Ups ist
das aber klein!"
Es folgte der adrenalinsenkende Teil. Ich wollte nun doch nicht wie ein Bauer
weglatschen und wartete auf meine ehemalige Kollegin. OK, nicht ganz
uneigennützig, denn ich musste unbedingt ihre neue Digitalkamera auspacken.
Meine Blicke schweiften über die Menschenmengen an den Kassen, die endlosen
Schlangen und die hektischen "Einkaufswagen umdrehen und sofort alles reinwerfen"- Operationen unter dem vermutlich zeitmessenden Blicken der
Kassiererin. Und da kam ich zu einer mir vorher nie denkbaren Einsicht: Bei Aldi
kaufen ja auch schöne Frauen ein!
Ok, von diesen schönen Frauen hat mich dann keine beachtet, ob es an mir lag
oder an den ihnen selbst peinlichen Klamotten, die sie im Aldi erstand, kann ich an
dieser Stelle nicht mit Gewissheit sagen. Da kam dann endlich meine
Ex-Kollegin und ich zerrte Ihren Einkaufswagen gleich mit ins Freie. "Los Kamera
auspacken!" Das "OK!" kam fast schon dankbar, denn da gab es in mir dann wohl
einen Menschen, der diese vielen Teile zusammensteckt, damit die Kamera es auch
tut. "Bist ja auch so ein Computerfreak!" Wie ich diesen Satz hasse!
Testurteil der
Kamera: naja, hauptsächlich frage ich mich, ob die extrem
spiegelnde Abdeckung des Objektivs in Anbetracht des Frauenanteils bei den
Aldieinkäuferinnen nicht bewusst so gewählt wurde um auch als Schminkspiegel
eingesetzt zu werden. Nach dem ersten Testfoto, welches ich von der glücklichen, neuen Besitzerin
mit Ihrer Kamera machte, verabschiedete ich mich dann brav und trug meine neue
Errungenschaft nach Hause. Und das
6fach Kartenlesegerät funktionierte auf
Anhieb. Aber Aldianern bin ich heute trotzdem nicht geworden.
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