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Axel Schulz

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Kommentar?   cry out box

Sound an

27.12.2005

Zwischentöne

warum heißt es eigentlich, "zwischen den Jahren"?

Axel Kunst - mit der Kamera wackeln wie bekloppt - und das mache ich schon seit JAAAAAHREN!

Das eine Jahr ist ja noch dran, ... noch top-aktuell, ... voll am laufen! - Oder etwa nicht und schon vorbei ... habe ich da was verpasst?

Warum "zwischen den Jahren"  -  ist da vielleicht sogar irgendein magischer Zwischenraum? Und ab wann geht "zwischen den Jahren" eigentlich los? Wenn man nach dem 2. Weihnachtsfeiertag pappsatt ist und noch voller Familienharmonie aus den Feiertagen rausfällt und noch nicht in das neue Jahr reinrutscht? Dann wären da eben halt noch eine Hand voll Tage, diese "zwischen den Jahren".

Vermutlich sind es die Zwischentöne, die man bei Aussagen wie "zwischen den Jahren" ganz genau heraushören, also in's Neudeutsche übersetzen muss:

"zwischen den Jahren" ---> translated Version:
weitere Bekanntenkreis-Version  ~  "ne Du, das wird mir da echt zu eng! Vielleicht ein anderes mal"
Handwerker-Version ~ "Ne, da schaffe mir nix mehr!"
Verwandten-Version ~ "da wissen wir eh nicht was tun, .... kommt doch zu Besuch!"
Religiöse Version ~ Unterschiedliche Kalender, also Streit, ... ach, hier selbst lesen: A und B"
Marketing-Version ~ "Der Weihnachtsramsch muss raus, jetzt alles zum halben Preis!"
Freundeskreis-Version ~ "Booooooh ist das langweilig!"
Neurotiker-Version ~ "Meine Winterdepression ist voll am laufen."

Es sind also mal wieder die Zwischentöne, worauf es ankommt, .... sagt "meine" Osteopathin auch immer.....  oder waren es dort die Zwischenräume??? Booooooh ne jetzt echt, ........es wird Zeit für ein neues Jahr und frische Weblogs!!! Und wenn 2006 dann nur halb so gut wird wie dieses Jahr (also ich meine komplett 2005, inklusive der Zwischen-der-Jahre Zeit), dann freue ich mich jetzt (d.h. zwischen den Jahren) schon drauf :-)

 

23.12.2005

210 Jahre plus

"Na, sind Sie schon bei Schritt 1000?" wurde ich gestern noch von einer mich überholenden und mir unbekannten Hundebesitzerin gefragt, als ich mal wieder einen neuen Langsamkeits-Weltrekord im Abschreiten von Waldwegen aufstellte [was übrigens weitaus lustvoller ist, als den Weltrekord im riding a rollercoaster naked aufzustellen]. Aber heute wurde dann alles getoppt und ich auf eine Harte Probe gestellt.

Ich hörte Stimmen von hinten. Die sind gleich vorbei, glaubte ich. Aber sie klebten an mir. Und als sei die Entfernung in den Weg gemeißelt, veränderte sich die Stimmenlautstärke nicht. Ich wollte mich aber nicht umdrehen. Ich blieb cool, anfänglich zumindest. Sie kamen dann doch immer näher und noch in unglaublicher Nahdistanz .... wieso überholten die mich denn nicht einfach, ...........wer war das denn ..... Ich blieb tapfer und drehte mich nicht um. Die Stimmen waren auch schon eine Weile verstummt. Vielleicht waren die bewaffnet. - Und ich? - Ich hatte Salbeibonbons dabei, .....

Und plötzlich rasten auch schon mindestens 210 Jahre in einem Affenzahn an mir vorbei! Unglaublich, ein Fahrtwind wie bei Warpgeschwindigkeit. Und tatsächlich waren die Drei auch bewaffnet; ... mit einer Gehhilfe.

Mit mindestens 0,000000038 km/h schneller als ich schossen die Damen mit Stock an mir vorbei [Stock, nix Nordic Walking und so!!!] und schwiegen nicht sehr lange, denn ich vernahm dann schon kurz darauf ein Gegiggl und Gegrinse,.... die Damen, alle drei jenseits der 70, haben vermutlich die letzten beiden Dekaden niemanden mehr überholt ... BIS HEUTE!

Ok, diesen Sieg gönne ich ihnen, aber morgen, HAAA..., morgen fordere ich Revanche!

17.12.2005

Weisheit der Dakota

Eine Weisheit der Dakota - Indianer sagt:

Wenn Du entdeckst,
dass Du ein totes Pferd reitest,
steig ab!


Doch im Alltag versuchen wir oft andere Strategien:

  1. Wir besorgen eine stärkere Peitsche.
  2. Wir wechseln die Reiter.
  3. Wir sagen: "So haben wir das Pferd doch immer geritten."
  4. Wir gründen einen Arbeitskreis, um das Pferd zu analysieren.
  5. Wir besuchen andere Orte, um zu sehen, wie man dort tote Pferde reitet.
  6. Wir erhöhen die Qualitätsstandards für den Beritt toter Pferde.
  7. Wir bilden eine Task Force, um das tote Pferd wieder zu beleben.
  8. Wir schieben eine Trainingseinheit ein, um besser reiten zu lernen.
  9. Wir stellen Vergleiche unterschiedlich toter Pferde an.
  10. Wir träufeln dem Pferd Rescue-Bachblütentropfen ein.
  11. Wir ändern die Kriterien, die besagen, ob ein Pferd tot ist.
  12. Wir vermuten, dass das Pferd nur simuliert.
  13. Wir kaufen Leute von außerhalb ein, um das tote Pferd zu reiten.
  14. Wir schirren mehrere tote Pferde zusammen an, damit sie schneller werden.
  15. Wir erklären: "Kein Pferd kann so tot sein, dass man es nicht noch schlagen könnte."
  16. Wir machen zusätzliche Mittel locker, um die Leistung des toten Pferdes zu erhöhen.
  17. Wir investieren in einen toten Elefanten.
  18. Wir machen für das Pferd eine Aromatherapie mit ätherischen Ölen.
  19. Wir fragen das Pferd:" Und....? Was macht das jetzt mit Dir?"
  20. Wir lassen die Schnittstellen zwischen dem Reiter, dem Sattel und dem toten Pferd analysieren.
  21. Wir machen eine Studie, um zu sehen, ob es billigere Berater gibt.
  22. Wir lassen das tote Pferd schnellstens zertifizieren und "totes Pferd" markenrechtlich schützen.
  23. Wir outsourcen das Pferd.
  24. Wir kaufen etwas zu, das tote Pferde schneller laufen lässt.
  25. Wir erklären, dass unser Pferd "besser, schneller und billiger" tot ist.
  26. Wir bilden einen Qualitätszirkel, um eine Verwendung für tote Pferde zu finden.
  27. Wir überarbeiten die Leistungsbedingungen für Pferde.
  28. Wir frieren das Pferd ein und warten auf eine zukünftige Technik, die es uns ermöglicht, tote Pferde zu reiten.
  29. Wir ändern die Anforderung von 'Reiten' in 'Bewegen' und erteilen einen neuen, staatlich subventionierten Forschungs- & Entwicklungsauftrag.
  30. Wir richten eine unabhängige Kostenstelle für tote Pferde ein.
  31. Wir lassen uns lustige Motivationsspiele für das Pferd einfallen.
  32. Wir stellen fest, dass die anderen auch tote Pferde reiten und erklären dies zum Normalzustand!

www.hippo-coaching.de

 

13.12.2005

9:00 MEZ

Stanley Williams


25.11.2005

Erste Spuren im Schnee

Wenn es noch dunkel ist und der Weg im Wald dennoch ziemlich hell, dann ist das ein untrügliches Zeichen für Vollmond oder Winteranfang. Der Mond ist aktuell fast am Ende des Abnehmens und somit muss also die Schneesaison begonnen haben. Ab halb Sieben presste ich behutsam Zeichen mit dem Format 48 in den Schnee. Wow, Erster, dachte ich. Ok, den Schlaflosen, der in letzter Zeit immer schon vor mir mit seinem Hund an der Kinderseilbahn auf dem Waldspielplatz rumgurkt, übersehe ich jetzt einfach mal (hätte der Hund nicht ein extrem phosphorisierendes Halsband um, wäre das auch immer ziemlich spuki). So zog ich meine Spuren in den wenigen, aber zumindest vorhandenen Schneeflecken.

Als ich dann zuhause Kaffee machte, bemerkte ich plötzlich, wie es wild an mein Fenster kloppfte (ok, zart übertrieben). Da schneite es jetzt plötzlich richtig. Ist jetzt (8:55 Uhr) auch schon wieder vorbei, aber die Vergänglichkeit meiner ersten Fußspuren wurde mir da gleich bewusst. Schade eigentlich, habe so schöne erste Abdrücke gebastelt.... Naja, der Winter ist ja noch lang :-)

Das ist mein ureigener Schuhabdruck ;-)

Dieses Foto ist aber ein so genanntes Archivfoto, denn so viel Schnee lang dann doch wirklich nicht ;-)

Ach, übrigens: Warum bricht der Winter eigentlich immer ein? Überall heißt es heute in der Presse wieder: Wintereinbruch. Warum gibt es keinen Winteranfang? Vom Sommereinbruch habe ich noch nie gehört.

"FRANKFURT 18.6.2006: Sommereinbruch in ganz Deutschland. In Berlin fliegen bereits über hunderte Schwalben. Eine Anwohnerin: "ja, dieser Sommer kommt immer so überraschend. Plötzlich ist er da und man weiß gar nicht, was man dann tun soll."

dramatischer Wintereinbruch

 

21.11.2005

6:58 Uhr

Heute war ich bereits um Sechsuhrachtundfünfzig in der Innenstadt. Da war es noch dunkel und ziemlich kalt.

Und was geschah: mir kam ein Rudel Jogger auf der KaJo entgegen (für Nicht-Freiburger: das ist die Abkürzung für Kaiser Josephstrasse, die Hauptinnenstadteinkaufstrasse). Echte Jogger! Im Rudel! - Hat man da noch Worte? Joggen bei minus 300° Grad kurz vor sieben in der Innenstadt? Ne, da fehlt mir jede Silbe, und es verirrt sich nur noch ein fassungsloses "häää???" in meinen Gehirnwindungen.

Aber kurz darauf wurde ich sowieso sehr schweigsam,
ich hatte einen Zahnarzttermin.

Kaiser Joseph Strasse Freiburg

 

18.11.2005

Strafgebühr im Freiburger Keidel Bad

"Das macht 3,- Euro!" Die zahlte ich auch brav und sah beim Rausgehen auf der Preislistentafel, dass von 16,50 Euro für 4 Stunden und 18,50 Euro für 6 Stunden eine Differenz von... äh Moment, war in Mathe total schlecht in der Schule, habe das Abi dort mit 4 Punkten abgeschlossen und meine Lehrerin verzweifelte in der Prüfung an mir mit den Worten "Axel, das kannst Du doch!". Dafür hat mich ein Freund anschließend mit Sekt vor der Prüfungstür* begrüßt.... äh... also sorry, das macht 2,-Euro.

"Entschuldigung! Wieso 3,- Euro?" "Für jede angefangene halbe Stunde 1 Euro." "Wieso das? Ist das eine Strafgebühr?" "Ich werde Ihren Einwand gerne weitergeben."

Exakt 164 Stunden (Nein, ich habe nach dem Abi keinen Mathenachhilfekurs mehr belegt!) später an der gleichen Stelle im Keidel-Bad: "Gibt es Ihre Strafgebühr noch?" "Ja, und daran wird sich auch leider längerfristig nichts ändern." - Aha!

Nun muss ich also an einem Ort, der zur Entspannung einlädt, den ich aufsuche, um zur Ruhe und Gelassenheit zu kommen, immer auf die Uhr gucken und mich ja nicht zu sehr wohl fühlen und auf keinen Fall zu lange verweilen, sonst gibt es 'ne Strafgebühr. Da stimmt doch irgendwas nicht, ist das nicht ein Paradoxon ohne Gleichen?

Der verschmitzte Marketingstratege wird einwenden wollen: Dann zahle halt gleich für 6 Stunden! Netter Einwand, nur wenn ich in Hektik komme und nicht weiß ob ich heute lange ruhe und verweile, soll ich mich dann nach 4 Stunden zwingen länger zu bleiben, weil ich ja nicht 4 sondern 6 Stunden gezahlt habe? - Man kann es drehen und wenden wie man will, diese Nachzahlungsgebühr ist eine Strafgebühr und macht selbst den regelmäßig kommenden Saunagast mürrisch. - Und wenn jetzt einer mit dem Vorschlag "Jahreskarte ThermalClubCard" kommt, dann wird er aber mit mindestens 200 Aufgüssen Zauberwald bestraft!

Es gibt aber einen Silberstreif am Horizont des Bades: Einen neuen keidelianischen Mitarbeiter, der nicht nur gut ist sondern einfach super. Mit ihm macht es wieder richtig Spass, Aufgüsse zu erleben; und da sitze ich im Latschenkiefern-Dampf nicht alleine mit meiner Meinung :-)

Und irgendwann einmal wird man im Keidel Bad einsehen, dass eine Strafgebühr keine schöne Sache ist für einen Ort der Ruhe und Entspannung.

* Die Schule gibt es übrigens nicht mehr, komplett abgerissen und was anders hingebaut. Tja, alles ist werden und vergehen.

 

7.11.2005

Wenn Geschäftsführer angeben

Sonntagmorgen lasse ich den Tag auch gerne einmal ganz relaxed angehen. Mit Vorliebe sitze ich dann in einer lokalen Beiz und betätige mich sportlich, indem ich immer und immer wieder zum Frühstücksbuffet laufe. Da können sich schon Strecken summieren, ... ob es zum Halbmarathon reicht, kann ich aber nicht mit Gewissheit sagen. Mittlerweile gibt es auch ein reichliches Angebot, auf den Tellern wie auch an Auswahl an Kneipen, die diese Sonntagmorgendisziplin anbieten.

Diesmal weilte ich in einer Lokalität mit eigenem See, auch wenn er von Mitbuffetläuferinnen als zu einbetoniert bemängelt wurde, ich finde, das Gewässer gibt dem Ganzen eine zusätzliche mediterrane Note. Und wenn dann im November (!) die Sonne mit 300° Grad im Schatten durch das Fenster knallt, dann ist das Glück doch perfekt.

Tja, wäre da nicht, ja ...wäre da nicht ein stolzer Geschäftsführer, der die gepachteten Räumlichkeiten einer kleinen Interessentengruppe als Hochzeitsparadies schlechthin anpreisen würde. "Also da vorne stand auch schon mal die Band und die Hochzeitsgesellschaft kann dann hier oder..." Ja das ist aber spannend! "... genau, Tanzen können Sie dann dort oder ..." HALLO!?! Geht das auch woanders??? Hätte sich das Hochzeitsorganisationskomitee im Kreis um mich sitzenden Frühstücker (aktuell bei der Disziplin: Lachs an Sahnemeerrettich) herumgruppiert, sie könnten nicht näher stehen. Unmittelbar hinter mir sich aufbauend und über mich den Raum anschauend wurde gestikuliert ..."also dort dann..." und von langjährigen Erfahrungen geschwärmt ..."immer wieder beliebt ist bei uns auch...". ABFAHR'N.... WEITERGEHEN!

Auf meine ganz subtile, fast aufstehende Ganzkörperumdrehen hin aufmerksam geworden, stellte sich der geschäftsführende Restaurantpächter 2m weiter weg, das Organisationskomitee aber nicht, so dass nun "fernmündlich" die Details der Feierlichkeiten debattiert wurde. - Ne echt..., da hole ich mir doch lieber noch ein Quark am Buffet.

Irgendwann wurde das Buffet auch abgeräumt (bereits um 14.00 Uhr) was auch der Hochzeitsgesellschaft in Spe nicht entging, da es kommuniziert wurde:" Also das Frühstücksbuffet ist immer bis 14:00 Uhr, also bis jetzt..." wurde fachkundig bekannt gegeben und dann war aber auch Schluss mit der Angeberei.

Mit dem Frühstucksbuffet aber eben leider auch.

 

3.11.2005

Wenn man zum Zwerg mutiert

Es klingelte an der Haustür. Ich vernahm irgendetwas in der Sprechanlage, machte gleichzeitig aber sowieso auf, weil ich den Postmann erwartete.

Erst sah ich große schwarze Schuhe (und wenn ich das sage.... genau!), dann die Glatze und schon wurde ein schwarzer Aktenkoffer abgestellt, ........und der Mann kam einfach auf mich zu. Nein, falsch, ... ein Riese, ein farbloser Hulk, ein Aladin aus der Wunderlampe. Nur fühlte ich mich nicht wie im Wunderland sondern ..."Shit, habe ich Schulden?" "Nein, quatsch, ich habe nie Schulden!" "Habe ich vielleicht mir unbekannte 'anonyme' Schulden!" "Blödsinn, sowas gibt es doch gar nicht!" "Habe ich jemanden beleidigt?" "Ach was, ...ich? Wenn den?" "Haben die Zeugen Jehovas neuerdings schlagkräftigere Mitglieder, Argumente?"  - Es rotierte wie blöd in mir, selbst der Gedanke "schlag' schnell die Wohnungstür einfach zu" kam in mir panikartig hoch. In den wenigen Millisekunden spielte ich alles durch, warum ein Riese bei mir an der Tür klingelt und nun hier langsam aber gewaltig auf mich zu kommt. - Ja, ich bin selbst eigentlich ziemlich groß und alles andere als schmächtig. Aber was mir da entgegenkam..... ich mutierte zum Zwerg! - Ein Berg von Mann ... dieser Ausdruck war endlich mal keine Hyperbel sondern wahre Wirklichkeit und .... HIIIILLFFFEEEE - MAAAAAMMMMAAAAA

"Kennen Sie Vorwerk?" ... Äh, was?

21...., 22....., kling.... Groschen gefallen.... äh, ein Staubsaugervertreter????? Ne oder???

Es war ein sehr freundliches und auf beiden Seiten außerordentlich zuvorkommendes Gespräch. Auf meiner Seite hatte es ja auch einen Grund, ich war noch am Leben.

 

25.10.2005

Fragen und Antworten

Man muss den Dingen die eigene,
stille, ungestörte Entwicklung lassen,
die tief von innen kommt,
und durch nichts gedrängt
oder beschleunigt werden kann:
alles ist Austragen – und dann Gebären.

Reifen wie der Baum,
der seine Säfte nicht drängt
und getrost in den Stürmen des Frühlings steht,
ohne Angst, dass dahinter kein Sommer kommen könnte.
Er kommt doch!
Aber er kommt nur zu den Geduldigen,
die da sind, als ob die Ewigkeit vor ihnen läge,
so sorglos still und weit.

Man muss Geduld haben,
gegen das Ungelöste im Herzen,
und versuchen, die Fragen selbst lieb zu haben,
wie verschlossene Stuben und wie Bücher,
die in einer sehr fremden Sprache geschrieben sind.

Forsche jetzt nicht nach den Antworten,
die Dir nicht gegeben werden können,
weil du sie nicht leben kannst.
Und es handelt sich darum, alles zu leben!

Lebe jetzt die Fragen,
vielleicht lebst Du dann allmählich
ohne es zu merken
eines fernen Tages in die Antwort hinein.

von Rainer Maria Rilke
letztes Wochenende erneut gehört von Karl Geck

18.10.2005

Buchempfehlung eins - Sogyal Rinpoche

Ab und zu wird es an dieser Stelle auch Buchempfehlungen geben. Warum, wird sich die geneigte Leserin fragen. - Meine Weblogs sind eben literarisch betrachtet einfach nicht alles ;-). Ok, ... echter Grund: Es gibt Bücher, die sind einfach gut. Sicher, nicht für jedermann lesbar, aber das sind meine Weblogs ja auch nicht. Kurzum: wer sich auf ein Abenteuer einlassen will, der blättert mal durch die hier immer wieder empfohlenen Bücher.

Diesmal:
Sogyal Rinpoche
Das tibetische Buch vom Leben und vom Sterben.

Was soll man noch dazu sagen? Wen der Titel anspricht, der/die sollte es lesen. Wer sich nicht berührt fühlt, sollte es lieber nicht lesen. Klingt einfach, aber so ist es eben. - An dieser Stelle möchte ich mich noch bedanken bei Felix Göpel. Hätte er nicht das Buch: "Mit dem Fahrrad zur WM" geschrieben (sehr lesenswert!), hätte ich nicht zu Sogyal Rinpoche gegriffen. Thanx :-)

 

15.9.2005

Je aime Cassis (wie der Franzose sicher nie sagen würde)

Wenn einer eine Reise tut, hat er viel zu erzählen und weiß meist nicht wo anfangen. Und während man so ins Schwafeln kommt (ja, das kann ich gut, habe ich ja auch 8 Semester gelernt!), fällt einem auch noch auf, dass von den besten Erlebnissen sowieso keine Fotos existieren. Aber vermutlich muss das so sein.

Von Bormes les Mimosas nach Ramatuelle sowie über Le Grau du Roi nach Cassis reiste ich quer durch Südfrankreich.

Ramatuelle
Markt in Ramatuelle Klar, von den kleinen Gassen in Ramatuelle, dem schnuckeligen Markt und der französischen Staatsgewalt habe ich bunte Fotos (alle diese Fotos sind übrigens anklick- und dann in groß guckbar!), nicht aber von der atemberaubenden Playbackshow der campingeigenen Animateure KON-TIKI bei ihrer Präsentation von "YMCA" ;-) , mein naives Standhalten gegen 2m hohe Wellen (ja, die Füße sind fast wieder verheilt) oder von der weltbesten Môme Concierge von Les Cigales (insbesondere Letztere würde eine sehr schönes Foto abgeben... oh ja!).
Dieser Herr war sehr freundlich und auch ziemlich überrascht, dass man ihn fotografieren wolle. Als ein Markthändler 5 sec. vor dieser Aufnahme vorbeikam, schien er dies auch stolz zu erzählen; zumindest die Gesten der beiden befreundeten Ramatuelle'ianer schien mir darauf hinzudeuten, denn der französischen Sprache bin ich nur sehr rudimentär mächtig. Ich beherrsche gerade mal die Basics: "wii Madammm, dö Croisso sil wu plä. - mersi bokuh!" Aber glücklicherweise verfügen alle französischen Kassen über eine Bon-Ausgabe, so das dem schwerfälligen Touri der zu zahlende Betrag schriftlich vor die Nase gehalten werden kann, ...coole Sache, so ein Bon! Polizist in Ramatuelle
Da wohnt Tarzan Nach diesem Urlaub weiß ich nun auch, wo Tarzan wohnt. Und jetzt kommt der absolute Hammer: Tarzan ist ne Frau! JAAA!!!! ECHT! Ich konnte es zuerst auch nicht glauben, einer unserer letzten Helden ..... ist 'ne Frau, ... das ist hart.
Naja, lieber schnell weiter im Text: St. Tropez hat fast unbemerkt auch einen eigenen Strand. Aber ich glaube, so richtig beliebt ist der nicht. Vielleicht zu klein. Vielleicht auch zu nah an der Innenstadt, zu uncool, um sich mit Badehose zu zeigen. Außerdem können da keine Jachten anlegen um sich bestaunen zu lassen, die kamen dann alle zu uns zum Plage de Pampelonne. - Ich bin hier auf diesem Foto übrigens nicht zu sehen! - Strand in St. Tropez
Marseille Marseille ist riesig, in jeder Hinsicht. Ein Moloch von Stadt, es wohnen tolle Frauen dort ;-) und Notre Dame de la Garde kennt ja eh jeder. Am spannendsten war jedoch zu beobachten, dass bei einem mördermäßigen Gewitter (dasselbe, was zeitgleich weiter westlich in Nîmes die auch in Deutschland medial gemeldeten Evakuierungen notwendig machte) alle Einheimischen gelassen in irgendeiner Passage oder unter einem Ladeneingang stehen blieben und nur die Touristen Regenmäntel und Schirmchen mit sich trugen. Ja, auch ich war klar identifizierbar, ABER ohne Schirm, ... dafür mit viel Charme ;-).
Mein Glück fand ich in Cassis. Hier war einfach Frieden. Ok, hier wurde mir auch mein Ladegerät für meinen Fotoapparat geklaut, und mein Auto fing stöhnend an zu rauchen und zu stinken, weil ich es mit drei Polen, deren und meinem Gepäck über eine kleine Passstrasse trieb (die Polen und der Diebstahl haben übrigens NICHTS miteinander zu tun!!!); aber selbst an solchen Orten muss es böse Jungs (HAAALLO, ich meine den Dieb, nicht die Polen, ... merde!) geben, denn sonst würde was nicht stimmen. Polnisch kann ich übrigens auch nicht, aber sie dafür genauso schlecht wie ich english, ...klappte perfekt! Dem Langfinger empfehle ich, aus dem Ladegerät einen Kerzenständer oder ähnliches zu basteln, denn diese speziellen Akkus wird er oder seine potentiellen Abnehmer niemals erkennen, geschweige denn nutzen können. Werde glücklich damit (das meine ich im Ernst! :-)). Leuchtturm und Mond Cassis
Port Miou - Les Calanques - Cassis Cassis hat neben der Môme Concierge auch andere Belle-vue's zu bieten, allesamt faszinierende Naturschönheiten, dass es einem den Atem verschlägt. Die Calanques werden teilweise als natürlicher Hafen genutzt und Port Miou bei Cassis ist einer davon. Ok, ich besitze jetzt kein Segelschiff, aber ich habe welche fotografiert.... guck'! Klasse fand ich auch, dass auf einem Pfad über die Klippen alles sehr ausführlich in französischer Sprache beschrieben wurde, alles auf malerisch gestalteten Fliesen. Wenn also jemand das hier liest und parlez vous français? mit ja beantworten kann, dann klicke doch mal hier und anschließend hier. Würde mich freuen!
Und das ist sie, die Stadt des Friedens, der Schönheit(en) und des Glücks. Also diese Aufnahme rechts habe ich von dem Fels, den man ein Bild weiter unten sieht, fotografiert. Das sind knapp 350 Meter hoch und wer mich nur ein klitzekleines bisschen kennt und sieht, dass das Foto ganz vorne an der Felskante gemacht wurde, der weiß..... JA, GENAU! -
Neben den beiden Buchten sicht man im Hintergrund den Hafen und ein Teil des Strandes, an dem es mich im Meeresrauschen so total zerbretzelt hat. Hinter dem linken Berg ist (Autofahrzeit 15 Minuten) Marseille. So, das war es jetzt aber mit der Geografiestunde; in Erdkunde hat ja eh noch nie jemand aufgepasst.
Cassis
Cap Canaille "Uiiih, ce tres vite!", sagte ich staunend zu dem gallischen Angler, der nur gaaanz cool en français antwortete: "ah vie, ce la mer du sud... ce..." mehr habe ich nicht verstanden, ich glaube, der hatte irgendeinen Akzent drauf. Jedenfalls zog es fast unmittelbar nach dem Auswerfen der Angel sehr heftig an der Schnur. Er kämpfte gelassen, aber auch stolz mit seiner Rute und ich, sein Angelkumpel und ihre Frauen, die sich alle neben mich setzen (ich wollte hier im Abendlicht Cap Canaille fotogafieren) sahen gespannt zu. Irgendwie schien es nicht so zu funktionieren, wie gewünscht, plötzlich zog er die Schnur ein, ohne Köder, Blinker und Fisch. Also ich bei seinem 2. Versuch mit neuer Leine und Kram wissen wollte, wer denn von beiden die Schnur kappte, er oder der Fisch, schien mir der Dialekt noch extremer, ich verstand jetzt garnichts mehr. Aber mein Foto von einer der steilsten Meeresküsten Europas habe ich bekommen.
Arschcool waren auch die Rettungsschwimmer von Cassis, Baywatch ist dagegen pillepalle. In ihren roten Shirts und Shorts sahen sie aus wie schwimmende Feuerwehrleute. Und wenn sich einer in die Fluten stürzte (das dann auch mal gerne, nur um die Meerestemperatur zu messen und an das weisse Brett zu schreiben), dann gafften alle,... ne so stimmt das nicht: dann stierten alle femmes fatale sur la plage dem choreografisch einstudiert wirkendem Muskelspiel des Helden beim Spurt in die Fluten hinterher. Also ich glaube, ich gehe jetzt auch öfters mal im Hallenbad n' bisschen schwimmen. -

Abends wird am Strand alles hochgeklappt, und die meist französischen Tagestouristen sind dann auch alle wieder weg. Keine Hektik, keine marktschreierischen Anmachtypen,...
Strand in Cassis
Nacht in Cassis Cassis ist eine Reise wert, vielleicht auch mehr! Ich habe mich einfach in diesen Ort verliebt, aber ich werde niiiiiiiiiiiiieeeemals auf meinem Auto einen Aufkleber babben mit "I Cassis".

Ach ja, ganz besonders kann ich am Hafen Nem du Crevette vom Vietnamesen am Quai St. Pierre empfehlen, ...damit abends am Strand sitzen... unbeschreiblich!
Aber bei Nino ist es auch superlecker und... ach, ich hör' jetzt echt auf, ...

 Update Juli 2009: Nun gibt es sogar schon Streetview Bilder des Campingplatzes in Cassis.
 Da bin ich doch sehr zwiegespalten, naja, schau'n wir mal.


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18.8.2005

Wie ich in einem Hamburger Schwimmbad den Notalarm auslöste

Ich war im Fernsehen. Ok, kein großer Sender sondern nur Hamburg TV. Die Airline EasyJet landete wohl zum ersten Mal in Hamburg und als ich mal wieder zappte (äh..., wie schreibt man das?) sah ich in der Glotze meinen Flieger landen. Das erklärte mir auch das Willkommensgebäck am Terminal 1, denn mit einem Riesenkeks wurde ich noch nie am Flughafen empfangen.

Daneben begrüßte mich auch sehr schnell der Regen. Nicht viel, aber oft. Und wenn man schon mal nass ist, dann kann man auch gleich ins Schwimmbad. So waren wir (zwei Männer) am Candlelightabend in einem sehr schönen, alten Schwimmbad das romantisch mit Kerzenlicht erhellt und mit Klassik beschallt wurde. Außer im kühlen Außenbecken und im Wellenbad wurde überall wie wild geknutscht. Nur wir beide waren gleichgeschlechtlich unterwegs, wodurch man uns schnell ans andere Ufer abschoben. Als ich dann noch von meinem Gastgeber auf zwei Schwimmnudeln sanft durchs lauwarme Wasser gezogen wurde, war's natürlich für alle auch amtlich besiegelt, uns aber egal.

Und was hat das mit dem Notalarm zu tun? Ok, ich hätte auch gerne am Beckenrand auf Blubberblasen gelegen und mich der romantischen Zweisamkeit hingegeben, aber das rechtfertigt es noch nicht [leider], das ganze Schwimmbad taghell zu erleuchten und die Sirenen zu starten. So plätscherten wir einfach so rum und wollten uns, als es langsam gegen Ende ging, noch im kalten Tauchbecken erfrischen. Auf dem gekachelten Weg dorthin wurden bereits die meisten Kerzen inklusive Ständer abgebaut und zurück blieb auf dem nassen Boden nur eine Art durchsichtige Frischhaltefolie. Darauf kam ich slapstickverdächtig ins Rutschen und fuchtelte wie bekloppt mit den Armen in der Luft um irgendwo Halt zu bekommen. Bananentaube in HamburgIch stieß gegen eine Säule, kam glücklicherweise wieder zum Stehen und lief verdattert und erleichtert weiter zum zentral gelegenen Tauchbecken. Da fiel mir auf, dass es plötzlich doch extrem hell ist und ein ziemlich penetranter Ton anscheinend das Ende des Badeabends einläutete. Erst beim Auftauchen stellte ich fest, dass die gesamte Belegschaft sehr hektisch durch die jugendstil'sche Badeanstalt eilte, anscheinend auf der Suche nach einem zu Rettenden. Nachdem eine Bademeisterin exakt auf meine Säule, die mich vor dem Sturz bewahrte, zeigte und selbst ich ohne Brille dort einen dann doch sehr großen roten Knopf erkennen konnte, ging ich auf sie zu und erklärte ihr, dass vermutlich ich an dieser Alarmklingel Halt fand und sie damit auslöste. Die Antwort war (mittlerweile gewohnt) hamburgerisch freundlich: "Ja sehr gut! Da haben Sie gleich beim Fallen den richtigen Knopf gedrückt." Sie vergewisserte sich, dass es mir körperlich auch gut gehe und wünschte mir noch einen schönen Abend. Ja, die Hamburgerinnen und Hamburger sind freundlich, das fand ich sehr angenehm, auch wenn es mich zunächst überraschte, da ich sowas aus südlicheren Gefilden dieser Republik nicht unbedingt gewohnt bin.

Ein paar Tage später waren wir nachmittags erneut in den Thermen des Holthusenbads. Da fand dann Schwangerschaftsgymnastikschwimmen statt. Aber das ist wieder eine ganz andere Geschichte und kein Grund für den Notalarm.

Hafenrundfahrt im Hafen von Hamburg (mit Linienbusschiff)

 

8.8.2005

Securityservice

Das nenne ich mal Service (und das meine ich nicht ironisch!). Da bin ich auf fremdem Gelände beim Fotografieren und werde nach recht kurzer Zeit aus einer schwarzen Limousine heraus angesprochen: "Entschuldigung, kann ich Ihnen helfen?" Nach dem ich in nur einem Satz erklärte, dass ich "Kunstfotos" machen würde, wurde mir sogar viel Spass dabei gewünscht. Wow?!?! Ich bin beeindruckt. Wären alle Securitymenschen so cool und gelassen, wäre diese Welt ein bisschen besser.

Fenster eines alten Waggons

Nach ca. einer Stunde wurde ich erneut kontrolliert, diesmal aus einem Cayenne heraus (geiles Auto!). Auch der "neue" Kollege von der Securityabteilung wünschte mir weiterhin viel Spass.

Warum sind nicht alle DB-Mitarbeiter so kompetent und gelassen, es wäre eine Freude!
[Die Steine habe ich nicht aufs Abstellgleis gelegt, die lagen da schon!]

Gartenstuhlromantik

So konnte ich auch (in der Nähe dieses ausrangierten Stuhls) ganz relaxed ein Schwätzen mit einem Lokomotivführer über digitale Spiegelreflexkameras halten. Er in der Lok, ich vor meinen Motiven. Leider habe ich viel zu langsam geschaltet, denn wie er in diesem Licht aus der Lok schaute, das war klasse. Aber erst als er wegfuhr fiel mir ein "Wieso habe ich Ihn nicht gefragt, ob ich Ihn fotografieren darf?!" Also: ... wenn irgendjemand einen Lokomotivführer kennt der aus Lübeck kommt und in Weil wohnt ..... ich hätte gerne (natürlich inklusive Lok) ein Date für ein Shooting! ;-)

Weiche

[alle Bilder fotografiert mit der Nikon D70S von Titusz, thanx!]

5.8.2005

Telefonterror

mein altes Axel Telefon"Spreche ich mit Herrn Axel Schulz?" Ich hasse es, wenn mein mich anrufendes Gegenüber sich nicht vorstellt. Und wenn dann auch noch ein Werbeangebot kommt, könnte ich zum {zensiert} mutieren. Seit dem ich eine Vertragsserviceänderung online eingab, bei der man explizit angeben konnte ob man telefonische Angebote möchte oder nicht
[I-C-H   H-A-B-E   N-I-C-H-T   A-N-G-K-R-E-U-Z-T !!!!!!] werde ich belästigt. Da will mir ein Magenta-Mitarbeiter ein Handy andrehen, dann wieder eine T-Mitarbeiterin einen neuen Schießmichinsknie-Vertrag anbieten. WAS SOLL DAS BITTE ???

Nachdem ich heute der letzten KOMMSCHON-Mitarbeiterin ausführlichst erklärte, dass ich nicht mehr angerufen werden will und sie eher leise meinte "ja, ich habe dafür Verständnis." will ich ab heute auf dem Callcenterwerbungskanal ABSOLUTE RUHE haben. Und auch die Anrufe, die mit "Herzlichen Glückwunsch, sie haben gewonnen!" anfangen.... ABFAHR'N!!!
Nein, ....nix,....NULL, absolut nix, aus ...und SCHLUSS JETZT!

25.7.2005

Axel trainiert für Olympia (ok, ... Seepferdchen)

Gestern morgen drängelte man mich zur sportlichen Aktivität. Zugegeben, marketingtechnisch wurde mir der legendäre Sprung ins kalte Wasser mit allen Tricks schmackhaft gemacht. Aber zum Axel van Almsick bin ich dennoch nicht avanciert.

Es war eiskalt (sah ich da nicht im benachbarten Kinderbecken eine Schlittschuhläuferin?!) als ich frierend neben dem 200 Meter Langbahnenschwimmbecken es nicht glauben konnte, wie bei Wind und Wetter (die Auguste sind in Freiburg sehr wechselhaft) am frühen Sonntagmorgen (es war erst kurz nach 11) ein Dutzend Hardcore-Schwimmer stoisch und teilsweise bebadekappt ihre Bahnen zogen. Da soll ich auch rein? Ne, ... oder?

Die Beckenrandbrause war nichts für Warmduscher und Reinspringen durfte man auch nicht. Ich will ins Kinderbecken!!!! Und dann habe ich es geschafft: eine ganze Bahn. Wow, bin ich gut. Noch eine. Woooow ich mache hier ja glatt den Ian Thorp. Ok, noch eine Bahn, diesmal im Kraulstil. Jetzt vermisste ich am Ende der wässrigen Bahn schmerzlich das Sauerstoffzelt. Puhhh. Ist das anstrengen. Ok, jetzt raus, dann muss ich aber ums Becken zum Handtuch laufen, dass fällt auf. Also noch eine Bahn. Booohhh, so eine 400 Meterbahn hat es sich schon in sich. Ob ich gerettet werde, wenn ich winke? Ne, diese Bademeisterin mag mich nicht, die sieht aus wie Hella von Sinnen nur in der bösen Variante, Hella ist die Gute, die mag ich. Ok, noch 800m bis zum Rand. Boow ist das weit. Kann man eigentlich verhungern, wenn man zuviel Kalorien im Wasser verbraucht? Gibt es schon den wasserfesten Powerenergieriegel für den wettkampfschwimmenden Athleten für unterwegs? Noch 1200 m, ...... ich bin am total Ende, und jetzt spritzt diese Sau von Bahn vier mich noch nass. Bow, wenn ich Dich erwische. Und noch .... und da schlage ich auch schon ganz souverän ab, ... nirgends sehe ich im Bild die Einblendung "NEUER WELTREKORD". Wurde vergessen die Zeitmessung einzuschalten? Wo kann ich mich bei der Rennleitung beschweren, Betrug!

In der Umkleide für Männer war ich dann schon zu erschöpft, um den festgetretenen Kaugummis auf dem Boden auszuweichen. Aber die heiße Dusche dort tat gut. Hier bleibe ich, hier bin ich Weichei. Naja, sonntagmorgendliche Badeausflüge bei Wind und Wetter sind dann doch nicht so mein Ding. Das ist nur was für die ganz harten, keinen Spass verstehenden Bahnenzieher. Läuft das Strandbad eigentlich unter Spassbad? Bestimmt nicht. Und warum durfte ich nicht auf die Rutsche (da leuchtete ständig die rote Ampel)? Ein Eis habe ich auch nicht gekriegt. Aber dafür durfte ich ja schon ohne Schwimmärmchen ins Wasser, ... aber hallo, ich bin doch kein Baby mehr!

Hella von Sinnen - Aktion 1:1

14.7.2005

Lago Maggiore

Staumauer Verzasca - 220 m Abgrund

Nein, ich habe nicht den James Bond gemacht. Aber allein meine BEIDEN Schuhe (inklusive Füße!) so nah an das Geländer zu stellen ... ich muss unter Drogeneinfluss gezwungen worden sein, denn von Schuhspitze zum Rinnsal in der Tiefe sind es 220 Meter und .... das kommt hier vielleicht nicht so rüber, aber das ist verdammt hoch (siehe rechts das Bild mit der Bungee-Absprungstelle, die auch Agent 007 genutzt hat).

Staumauer im Verzasca am Lago Maggiore

Kochen mit der Lautstärke von Düsenjets

Vor diesem Höhenabenteuer musste ich bereits die Feuerprobe bestehen. Auch ohne Epiliergerät habe ich den entsprechenden Effekt nun am linken Handrücken erleben dürfen: haarlos. Mit so einer Bedienungsanleitung muss man ja den halben Campingplatz abfackeln und wäre ich nicht so hartnäckig (ich hatte einfach Hunger!), hätte ich das Teil im Lago Maggiore versenkt. Jetzt weiß ich auch wie es geht und meine Schweizer Zuschauer hatten mit Burning Axel viel Spass.

tapfere Sprünge von der Ponte dei Saltri

Dieser Sprung gab dann aber wirklich Szenenapplaus. 12 Meter in die Tiefe ohne Gummiseil von der Ponte dei Saltri (Verzasca-Tal) ins kalte Gebirgswasser. Die beiden Mutigen: 12 und 15 Jahre alt. Ob es gerade wieder jemand versucht und mutig ist? Einfach hier gucken!

Hafen von Ascona am Lago Maggiore

Durch Ascona zu humpeln gehörte einfach zum mir selbst auferlegten Kulturprogramm. Die Parkplatzsuche in Ufernähe gestaltete sich zwar zur berühmten Heuhaufennadelsuche, aber ich finde immer einen und nach erfolgreicher Parkplatzbenutzung den noch über eine Stunden gültigen Parkschein an schöne Italienerinnen zu verschenken macht auch Spass. Und dass man mit zwei Autos und auf beiden Seiten gestreckten, aber zu kurzen Armen zur Billetteübergabe die ganze Strasse blockieren kann, war für mich eine völlig neue Erfahrung.

Strand Campo Felice

Ja, schön war's am Lago Maggiore. Es war sehr kurz, aber ich habe alle Merkmale, die man nach einem gelungenen Campingurlaub (Brand-, Schnitt- und Schürfwunden zuzüglich Sonnenbrand und Insektenstiche) vorweisen muss. Jetzt bin ich wirklich urlaubsreif ...

 

2.7.2005

Farin Urlaub live in Concert

"Was suchen Sie?" fragte ich den stämmigen Securitymenschen, der mich beim Einlass von unten bis oben abtatschte. Neben ihm sah ich einen Waschkorb randvoll mit vorpubertären Nietenarmbändern. Die Farbe schwarz schien rund um mich herum zur inoffiziellen Kleiderordnung zu gehören, gerne auch mit Totenkopf auf der Brust oder Songtexten für den Hintermann. "Keine Ahnung!", antwortete er achselzuckend.

Farin Urlaub Im großen Zirkuszelt des ZMF's grölten kurz darauf alle gemeinsam "Wir _  wollll - llllen Farin seh'n, wir wollen Farin sehen!" im Stil bewährter Fussballstadien-Intonation. Selbst die Laolawelle wurde vor Konzertbeginn erfolgreich auf den äußeren Rängen geprobt (im Kreisrund stand man ja eh). Zugegeben, die Abteilung Fuss- und Armkranker (letztere weiblich, ... wir waren ein genial kaputtes racing Team!) riss ein Loch in die noch zarte Choreographie, aber es war schon bombige Stimmung.

Als es dann endlich losging (ok, zugegeben, so lange mussten wir gar nicht warten ;-) spürte ich sofort die Bassdrum im Zwerchfell (selbst Sheila E. hätte Frau R. Rap Anerkennung gezollt, aber Hallo hatte die einen Wumm drauf!) und spätestens beim dritten Akkord (Farin soll sogar ein Lied mit insgesamt 14 Akkorden haben!?) ergab auch die Ausgabe von Ohrstöpseln am Zelteingang Sinn. Ich habe sie nicht benutzt. WAS ??? ... HÄ ??? Auch heute am Spätnachmittag hat das Zentrum für Akustik auf meiner Großhirnrinde links hinten rechts Koordinationsschwierigkeiten mit der adäquaten Lautstärkeregelung meiner Sprachausgabe, insbesondere in der zwischenmenschlichen Kommunikation. Aber das legt sich.

Tolle Songs, wahnsinn's Stimmung, heiße Atmo, sogar der Zelthimmel hat geweint (oder war es nur der kondensierte Schweiß, der vom Zeltdach tropfte?) - Alles in allem war es ein geiler Abend. Selbst der anschließende und beim ZMF als obligatorisches Rahmenprogramm stattfindende Regen konnte niemandem den Spass verderben. Ok, die im kleinen Zelt ausgebrochene Karaoke-Seuche hat es versucht, aber das war uns so phänomenal egal.

Herr Urlaub, es war mir eine Ehre Sie live erleben zu dürfen, gerne wieder ... und grüßen Sie den Kollegen vom Management. Aber eine Frage habe ich noch, für was war der dritte Stöpsel in der Hörschutz-Einwegverpackung?

 

30.6.2005

haben Kerzen Schmerzen?

Also meinen Kerzen (von Berufswegen eigentlich auf Hitze eingestellt) scheint es eindeutig zu heiß zu sein, ...

Kerzen von Axel im Sommer 2005

... mir nicht. Warum auch?


Sonnenuntergang über dem Kaiserstuhl Juni 2005
Sonnenuntergang über dem Kaiserstuhl, ... den gucken meine Kerzen den gaaaaanzen Tag

 

25.6.2005

Auf Sendung

Seit gestern Abend bin ich auf Sendung. Nein, nicht im TV (isch 'abe gar keine Telévisione!) sondern "ON AIR". Mal sehen, ob da meinerseits noch mehr kommt, aber auf jeden Fall will ich mich hier mal bei Christian Rotzoll bedanken, der a) eine Top PHP-Application dafür erstellt hat und b) richtig klasse Lernfilme dazu bereit legt (Da lacht das Pädagogenherz ;-).

So..., und wenn nun die geneigte Leserin (ab und zu soll sich auch mal ein Leser hierher verirren) sich nun zur [- Hörerin -] updaten will (ja, wir sind heute mal wieder alle ganz crazy hipp drauf), dann einfach hier klicken: Leserin2Hörerin-UPDATE 0.1 beta

Ja natürlich, ... vorher bitte Lautsprecher anschalten, ... uuuuuuuund ... 3 .... 2.... auf Sendung.....*flüster*
 

21.6.2005

wenn Du glaubst, Du kriegst mal wieder gar nichts hin ...

Selbst Batman nimmt manchmal den Bus

18.6.2005

Sport ist Mord

sagte die gutaussehende Assistenzärztin in der Notaufnahme während der leitende Arzt mit dem Ultraschallgerät über meine Wade glitt. Zuvor hatte ich mir noch ausgerechnet, ob ich endlich mal wieder zum Kampfsport gehe oder eher zum Fußball spielen. Was würde ich konditionell eher machen können, wo komme ich heil wieder raus?  Alia iacta est und so landete ich nach einem 5:4 oder 3:2 (keine Ahnung wie es ausging) in der chirurgischen Notaufnahme des Diakoniekrankenhauses. Verdacht: Muskelriss in der rechten Wade. Ergebnis: "Schauen Sie mal" sagte der Arzt zu seiner sympathischen Assistentin, "so sehen gesunde Muskeln aus und so .." und deutete dabei am Monitor auf das Ultraschallbild meiner maladen Wade. Gerne hätte ich laut rausgerufen, "Herr Doktor was ist es? Ist es ein Junge, ein Junge???" Aber ich glaube, die medizinische Belegschaft hätte dann meinen Wadenschmerz nicht mehr so richtig ernst genommen, so unterdrückte ich mir diesen billigen Scherz.

Im Wartebereich saß eine nicht unattraktive Dame, mit leicht vergrößertem großen Zeh (auf gut deutsch, geschwollen wie'd Sau). Sie rückte einen Stuhl neben sich zurecht, als ich rauskam um auf meinen Wadenwickel zu warten, doch ich ließ mich auf nächstmögliche Sitzgelegenheit fallen. Nach Konversation war mir nicht zumute, eher nach EINATMEN und schön wieder AUSATMEN um dem Schmerz Einhalt zu gebieten (ich habe nur darauf gewartet, dass noch jemand zu mir sagt "SCHATZ, Du musst PRESSEN, ja PRESSEN, so ist gut, ... PRESSEN!"). Nachdem die bauchnarbelfreie Lady mit dem Großen Zeh mich über den Tathergang ausfragte, musste ich ja auch und so erzählte sie mir, ihr sei eine Müslischale auf den großen Zeh gefallen, JA, es sei ihr auch peinlich, aber so war es eben. Zugegeben, ein Grinsen konnte ich mir nicht verkneifen und kommentierte, "Das muss aber eine sehr große Müslischale gewesen sein!?".

Verabschiedet haben mich alle medizinisch Studierten mit Handschlag, auch die schöne Doktorin, aber die Patientin mit dem Müslischalensyndrom habe ich nirgends mehr gesehen. Schade eigentlich.

Der Arzt verabschiedete mich mit den Worten: "Mit den Krücken werden sie nun erstmal 3 Wochen Spass haben." Der Pförtner, den ich nur weiterempfehlen kann, meinte "Das habe ich auch mal gehabt, das ging 5 Wochen." Ich aber sage, "in einer Woche ist der Spuk mit den Krücken vorbei." Da wette ich meine Müslischale drauf.

 

21.5.2005

Die Leiden des jungen Imkers

Nein, ich bin kein Imker, aber ich war mittendrin, statt nur dabei.
Diese flotten Bienen gehören einem Freund, seines Zeichens Jungimker im Gäu (nein nicht Allgäu!).

Bienen in Hemmendorf

Zum Fotoshooting, ...neeee, falsch, ......zum Honig naschen, sind wir dann richtig in die Materie eingetaucht, aber so was von eingetaucht, das hat gesummt, hinten vorne überall, aber ich .....coooooool, ......ganz easy, ..........völlig relaxed.

Bienenstamm auf der Wiese

"ich glaube, diese Biene mag Dich nicht."

Jungimker in Hemmendorf

Nein, das sagte der Jungimker nicht, aber eventuell wäre es besser gewesen, denn kurz nach diesem Bild wurde ich hinterrücks und ohne Vorwarnung brutal von einer Killerbiene angegriffen. Direkt über der Oberlippe, halb in der Nase stach sie zu, ohne Vorwarnung. Ja, es hat weh getan, aber mit der überragenden und absolut professionellen Hilfe des Jungimkers wurde mir (OHNE NARKOSE!) der Stachel wieder entfernt.

Zugegeben, ich habe eine dicke Lippe riskiert, aber das Erlebnis war es wert!

 

2.5.2005

Die Nordic Walker Trainerin

Es gibt Sportarten, ......stopp, sagen wir lieber Leibesertüchtigungen ... , die sehen einfach albern aus. Und dann gibt es sogar auch noch jene, die nicht nur albern aussehen, sondern auch noch in aller Öffentlichkeit betrieben werden. - JA, ich oute mich! Ich finde Nordic Walking sieht total bescheuert aus.

Zu Beginn dieser Welle, die nun gesamte Naturlandschaften überflutet, dachte ich, da hat jemand seine Ski vergessen. Im Hochgebirge ist das ja ok, gibt sicheren Halt und man endet nicht als Geierfutter 300m abwärts im Tal. Aber im bundesdurchschnittlichen Mittelgebirge ist dieser Anblick dann doch schon etwas gewöhnungsbedürftig. Zum Glück sind die meisten Stöcke (das natürliche Erkennungszeichen des gemeinen Nordic Walkers) mittlerweile mit Gummi besohlt, denn das kampfeslustige Tick-Tack-Tick-Tack militärisch marschierender Nordic Walker auf trockenem oder asphaltierten Untergrund kann einem schon den letzten Nerv rauben, wenn man eigentlich gerne die Stille der Natur genießen möchte.

Neulich fand dieses Drama im benachbarten Wald seinen vorläufigen Höhepunkt: Die Nordic Walking Anfängergruppe mit Personal-Trainerin. Schon von Ferne sah ich, wie eine sich durch sportliche Erscheinung vom Rest der Gruppe abhebende Frau alleine vor einer Runde 40+ Damen (plus dem einen obligatorischen Alibi-Mann) rumzappelte und total wichtige Bewegungen vormachte. Alle standen mit eifrigem Interesse planlos rum und saugten das neue Fachwissen begierig auf. Als es dann gemeinsam los ging, hörte ich noch die Expertin sagen:" Nein Charlotte, Du musst so mit ....", ...gerne hätte hinzugefügt"....damit es dann auch so richtig bescheuert aussieht."

Gibt es eigentlich schon das 800 Seiten starke Nachschlagewerk "Alles, was Sie über Nordic Walking wissen müssen!" im Buchhandel zu kaufen? Man kann da bestimmt extrem viel falsch machen, beim Nordic Walking. Da muss man vorher büffeln und lernen, um anschließend harmlose Wanderer und Spaziergänger in rasantem Schritt zu überholen.

Zugegeben, wenn ich mich im Tempo einer Wanderdüne durch die Schwarzwälder Fauna und Flora bewege mag das dem einen oder anderen ambitionierten Freizeitsportler auch ziemlich erbärmlich vorkommen, aber ich finde das immer noch besser als Nordic Walking.

 

8.4.2005

Bayerische Kameramänner*

In einer Gutbürgerlichen Beiz im Badischen kam ich einen kurzen Moment  lang zur Ruhe (naja, eigentlich nur zu einer Redepause ;-)), da meine Begleitung die lokalen Örtlichkeiten aufsuchte. Das sind die Momente, die man mit komplett planlosem Herumgucken überbrückt, ohne jemand richtig anzugucken, man will ja keine Aufmerksamkeit erregen. Dabei muss man leider auch oft Gesprächen mithören, ... naja ... man will ja nicht, aber andere, um Tische gruppierte Rudel bemerken nicht, dass es ein Gespräch weniger im Gastraum gibt und dadurch der Lärmpegel doch merklich gesunken ist.

So wurde ich unfreiwillig von einem min. 380m weit entfernt sitzendem jungen Mann informiert, dass er als bayerischer Kameramann hier in Baden-Württemberg Entwicklungshilfe gäbe. Das war in seiner bunt gemischten Truppe der absolute Brüller, ein Schenkelklopfer, alles lachte. Nun stellt sich genau in diesem Moment der studierte Kommunikationswissenschaftler die Frage: Warum lachen die eigentlich?

Mann kann dabei auf verschiedene Antworten kommen.
Die vermutlich allesamt Badischen Tischgenossen (und Inninnen) waren einfach nur höflich zu einem Nicht-Badener (andere Begriffe, die für Nicht-Badener oft herangezogen werden, will ich hier lieber mal beiseite lassen). Oder: Sie haben es einfach nicht begriffen, was ihnen da erzählt wurde und lachten halt mal mit, um sich keine Blöße zu geben. Oder: alleine die Vorstellung, dass das ländlich orientierte Bayern Baden-Württemberg Entwicklungshilfe gäbe, fanden sie so absurrt, dass sie einfach loslachen mussten. Denn hierzulande kann man ja schließlich alles, außer Hochdeutsch.

Abschließend meinte der Älteste in unserem Nachbarrudel sehr versöhnlich (ein Gentleman von sehr eleganter Erscheinung), dass Bayern und Baden-Württemberg sich doch schon etwas nähe stehen würden, das sei anders als mit den nordischen Bundesländern. Wie es dann aber weiter ging, kann ich nicht sagen, denn ab da hatten wir an unserem Tisch auch wieder was zu lachen, naja ein klitzekleines Bisschen zumindest. So war es nicht nur völkerkundlisch ein richtig guter Abend in einer gutbürgerlichen badischen Beiz.

*Bevor jemand über das substanziell relevante Adjektiv nörgelt: ich finde es auch seltsam, ich dachte immer bayrischer, aber man lernt ja nie aus.

 

31.3.2005

Der Schweizer an sich rollt sehr gerne

Über Ostern war ich in der Schweiz einen Freund besuchen. Seit dem Milleniumswechsel klebte noch ein "2000" an meine Windschutzscheibe und so kaufte ich mir eine neue Autobahnvignette, diesmal in der Farbe Gold. Diese selbstklebenden Passierscheine babben ganz schön heftig, vielleicht hatte aber auch nur die über fünf Jahre dauernde Sonneneinstrahlung die Klebefolie in das Glas eingebrand. Ich putze jedenfalls wie ein Bekloppter, denn ich wollte ja in die Schweiz, und da muss es zumindest um die Mautplakette an der Frontscheibe richtig schön sauber aussehen.

Bereits an dem ersten von mir angefahrenen schweizer Parkplatz staunte ich dann doch, wie schnell Vorurteile bestätigt werden. Für eine Parkplatzanlage mit kleinem Toilettenhäuschen und ca. 30 Stellplätzen für Autos und Wohnmobile gab es 24 (falls ich keinen übersehen habe) Abfalleimer, bestehend aus Metalgestänge und einem großem grauen Müllsack, welche alle erst kürzlich erneuert, bzw. geleert worden sind. Absolut faszinierend. Und auch im Klo gab es einen frisch gefüllten Papierhandtucher-Spender. Zugegeben, der Boden schien binnen der letzte 3-4 Stunden nicht  wirklich feucht aufgewischt worden zu sein, aber sonst war alles vorbildlich und tiptop.

Jedoch an der Parkanlagenausfahrt, die in einem Beschleunigungsstreifen auf der dazugehörigen Autobahn mündet, traute ich meinen Augen nicht. Da stand in großen und mahnenden Lettern: "Motor an." - Äh, Waaaas?? - Neigt der gemeine Schweizer gerne zum Rollen? Vergisst man bei all der vielen Hanglage schon mal (die Schweiz an sich liegt ja so ganz generell gesehen doch eher am Berg), den Motor anzuschalten, weil es ja bereits so hurtig rollen tut? Sind tatsächlich viele Mitreisende rechts und links und vor und hinter mir auf der Autobahn ohne laufenden Motor unterwegs? Ich konnte es nicht glauben. Nicht auszudenken, wenn man auf der Autobahn dann plötzlich erst während dem Fahren merkt, oooh, ich habe den Motor ja gar nicht an.

Ich kam dann mit laufendem Motor an meinem Ziel am Bieler See an. War toll, hat Spass gemacht, aber den Sinn dieses Warnhinweises konnte mir auch der gebürtige Schweizer beim besten Willen nicht erklären. Naja egal. Die Schweiz ist auf jeden Fall einfach immer eine Reise wert!

 

24.2.2005

Kein Winterdienst

aber die Weblogs gehen weiter, ist doch klar!

;-)

 

 
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